Und fast noch ein Paukenschlag in Astana aus deutscher Sicht. Nico Ihle wurde guter Vierter über 1000 m. Und verpasste das Podium nach 1:09,06 Minuten um winzigste 7/1000 Sekunden, da bei Zeitgleichheit mit dem Japaner Takuro Oda die Tausendstel herangezogen worden waren. Ärgerlich? „Klar, bei so einem knappen Ausgang. Anderseits bestätigte die Platzierung, dass ich mitten in der Weltspitze bin.“ Vorher hatte der Chemnitzer im Sprint (in 34,94)  Rang 12 erreicht. „Immerhin unter 35 Sekunden, das hatte ich im letzten Winter nie geschafft. Aber nach dieser Vorbelastung konnte ich entspannt ins Rennen gehen. Über ‚meine‘ tausend Meter.“

Beckert Patrick GER 20151205 ISU Eisschnelllauf Weltcup Inzell 5000m 2Patrick auf der Überholspur. Foto: CEPIXDer erste Tag des Weltcups in Kasachstan sah die deutschen Eisschnellläufer auf der Überholspur. Das Timing in der vorolympischen Saison geht auf. Beispiel I: Patrick Beckert, in Asien noch gesundheitlich angeschlagen, katapultierte sich auf Platz 2 über 5000 m. In 6:22,09 Minuten musste er nur dem Neuseeländer Peter Michael den Vortritt lassen. Aber Platz 2 ist eine Ansage, auch wenn die beiden Oranje-Überflieger Sven Kramer und Jorrit Bergsma in Astana nicht am Start standen. Rang 5 für Moritz Geisreiter (in 6:25,83) unterstrich die starke Form der deutschen „Kilometerfresser“. Bundestrainer Jan van Veen, der beim Medienseminar der DESG mit einer Trockenübung eindrucksvoll demonstrierte hatte, wie man in der Kurve Tempo macht, notierte damit den dritten Weltcup-Podestplatz des Winters. Und Patrick („ich freue mich riesig über meine erste Silbermedaille“) grüßte bei der Siegerehrung vom zweithöchsten Podest. „Das  zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

Judith Inzell 2016Judith Dannhauer freut sich auf die Weltcups. Foto: DESG-Presse„Alles OK hier“, fasst Bundestrainer Jan van Veen die Begebenheiten in Astana kurz zusammen. Gemeint sind Halle, Eis, Unterbringung und Form seiner Athleten, die von Freitag bis Sonntag den dritten Weltcup des Winters unter ihre Kufen nehmen. Das Team von Asien erhielt weibliche Verstärkung: Judith Dannhauer ist für die beiden Sprintstrecken gemeldet, Stephanie Beckert startet auf der langen Strecke über 3000 m.

2008 02 03 0568 gabriele fuss 3d5822d9Gabriele Fuß in Aktion. Foto: DESGphotoEs war eher ein Zufall, dass sich Gabi Fuß in ihrer Trainerkarriere von Beginn an den Kufen statt den Spikes widmete. Doch der Umstand erwies sich als Glücksfall, denn als mehrjährige Trainerin von Gunda Niemann-Stirnemann, Heike Warnicke, Constanze Moser und Anke Baier hatte sie großen Anteil an Medaillen ihrer Erfurter Sportler bei Olympia und internationalen Meisterschaften.

Als sie 1979 in Erfurt anfing, war noch nicht mal die Eisbahn fertig, von einer Halle ganz zu schweigen. Doch sie engagierte sich von Beginn an für die Athleten. Dabei wollte die  ehemalige Turnerin und Leichtathletin beim SC Motor Jena nach ihrer Laufbahn eigentlich im Sommer-Bereich aktiv sein. Als sie aber  nach bestandener Aufnahmeprüfung zum Studium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig antrat, fand sie sich im Wintersport-Seminar wieder.

Junioren-Bundestrainer Jan Coopmans geht keine Kompromisse ein, um den deutschen Nachwuchs langsam wieder in Richtung Weltklasse zu pushen. Also nominierte der Niederländer nur drei Junioren für den Weltcup-Auftakt in Minsk. Die jungen Damen blieben aufgrund der unbefriedigenden Leistungen beim Überprüfungs-Wettkampf zu Hause. „Es ist so, dass die Jungs schneller auf das neue Programm reagieren. Sie liefern fast am laufenden Band persönliche Bestzeiten ab.“ Auch in Weißrussland, wo Paul Galczinsky (18) in 3:56,10 Minuten unter die Top Ten skatete. Über 1000 m signalisierte die Uhr (1:14,37) ebenfalls eine Verbesserung. Jeremias Marx wurde zunächst von einer Magenverstimmung gebremst, aber dann meldete sich der 19-Jährige mit Rang 7 im Massenstart zurück. Pech, dass ein Sturz und die anschließende Disqualifikation beim Team Sprint den Tatendrang von Coopmans „jungen Wilden“ (Ole Jeske, 17, überzeugte im Sprint) stoppten. Die Eisschnelllauf-Fans in der Minsk Arena sahen sämtliche Top-Nationen am Start, Chinesen ebenso wie Koreaner oder Russen. Für Coopmans offenkundig, „dass die Niederländer immer weiter nach hinten gedrängt werden.“

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