Team-Doc Heiden

von DESG Presse / 03.February 2010 / 13:09 Uhr

„Der Nächste bitte“: Eric Heiden, fünfmaliger Goldmedaillengewinner bei den Olympi-schen Winterspielen 1980 in Lake Placid, praktiziert heute als Orthopäde in Park City (Utah). Bei den Winterspielen in Vancouver betreut der 51-Jährige die amerikanischen Eisschnellläufer als Teamarzt.

Vom Ruhm als „Jahrhundertläufer auf dem Eis“ machte der Doc nie viel Aufhebens, den großen Erfolg hatte er nie vergoldet. „Was soll’s, ich brauch’ nicht viel. Mir gefällt die Welt, wenn ich gute Freunde habe“, war damals seine Devise. Heiden sah sich selbst stets als honorigen Amateur, als Verkörperung olympischer Ideale. Deshalb nahm er es den US-Funktionären übel, dass er 2002 in Salt Lake City nicht das Feuer entzünden durfte. Diese Ehre überließ man dem Eishockey-Team, Heiden blieb ent-täuscht zu Hause.

Der US-Heroe, der alle Distanzen von 500 bis 10.000 m für sich entschied, stammt aus einer sportverrückten Familie. Sein Vater (ebenfalls Orthopäde) war Eishockey-Crack, Läufer und Radfahrer, die Mutter erfolgreich im Schwimmen und Tennis. Schwester Beth gewann auf Kufen Bronze in Lake Placid. Auch Heidens Frau Karen ist Sportärztin. Die Kinder Zoe (8) und Connor (6) waren der Grund für Eric Heiden, nach vielen Jahren wieder einmal Schlittschuhe zu schnüren – für familiäre Eisausflüge. Mit einer US-Equipe nahm Heiden 1986 an der Tour de France teil, musste aber wegen Sturzverletzungen aufgeben.

Um sich fit zu halten, betreibt der Sportarzt heute Gewichtheben im eigenen Studio und sitzt regelmäßig im Radsattel. In seiner Freizeit betätigt er sich als Fußballtrainer für Jugendliche. „Meine Kinder sind noch nicht alt genug, um zu verstehen, dass nicht alle einen Daddy haben, der fünf Goldmedaillen in der Vitrine hat.“

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