170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Von den Stars fehlt nur der niederländische Ausnahmekönner Sven Kramer. Der Weltcup der Eisschnellläufer in Erfurt (19. bis 21. Januar) ist drei Wochen vor den Winterspielen auch für die neun Olympia-Qualifikanten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) um Rekord-Olympionikin Claudia Pechstein (Berlin) der letzte Formtest vor dem Höhepunkt.

Anna DDAnna Seidel: Motivierter Blick Richtung Olympia.
Foto: Tilo Wiedensohler/Camera4
“Eine Super-Veranstaltung, ein tolles Publikum”, zog DESG-Sportdirektor Robert Bartko sein Dresdner Shorttrack-Fazit. Und damit eine “würdige Verabschiedung” der für die Spiele qualifizierten Sportlerinnen Anna Seidel und Bibi Walter. “Anna hat mit einer Superleistung, mit der sie sich vor allem im Halbfinale keck durchgesetzt hat, Selbstvertrauen und Motivation getankt. Mit dem, was sie hier gezeigt hat, ist auch in Südkorea alles möglich” (Bartko). Im Finale über 1000 m holte die 19-jährige Dresdnerin die EM-Bronzemedaille, weil sie sich körperlich robust Platz verschaffte. “Hier läuft keine mehr nett”, ihre Erkenntnis. Coach Daniel Zetzsche nickte anerkennend: “Sie hat den Schalter in den Race-Modus umgelegt.” Noch ein Fingerzeig Richung Olympische Winterspiele.

Bibi und AnnaBibi und Anna legen sich mächtig ins Zeug. Foto: Tilo Wiedensohler/Camera4Der Sound der Ratschen mutierte zum Hit am zweiten Tag der Europameisterschaften. Eine gut gefüllte Halle und jede Menge Fans, die vor allem Dresdens Skater in die nächsten Runden hieven wollten. Das gelang nur teilweise, da das Duo Anna Seidel und Bianca Walter teilweise knapp scheiterte resp. stürzte und Christoph Schubert über die lange Distanz wie ein Löwe kämpfte, aber das (für die Olympia-Quali) notwendige Finale verfehlte. Dafür sorgte die Staffel für ein unerwartetes Happy End.

Schubi2Christoph Schubert: "Ich glaube dran".
Foto: DESG-Presse
Dresden ist das Eldorado des Short Tracks. Hierher kommen mehr Zuschauer, laufen die deutschen Kurvenflitzer als ging alles viel leichter. Die Halle in Elbflorenz ist ihr Wohnzimmer, weil Zuhause oft manches leichter fällt. Das merkten die Kiebitze an Tag I der Europameisterschaften. Die für Olympia qualifizierten Damen Bianca Walter und Anna Seidel überstanden ihre Vorläufe, “Heats” genannt, souverän und stehen in den nächsten Runden, dh. Halbfinale (1500 m) und Viertelfinale (500 m/1000 m). Die Lokalpresse hatte im Vorfeld intensiv darüber philosphiert, dass das halbe Trainingsjahr in Utrecht bei der niederländischen Trainerin Wilma Boomstra manches zum Besseren gewandelt hatte. Und Anna meinte: “Wir haben viel mitgenommen.” In erste Linie bei der Technik wurde der Hobel angesetzt.

Manner beim EinkaufManner beim Einkauf... Foto: DESG-PresseDOSB-Chef Alfons Hörmann gab das Motto bei der ersten Einkleidung der deutschen Olympia-Aspiranten vor. “Wenn man die gemeinsame Kleidung bekommt, ist man Teil der Mannschaft.” Das traf im Münchner Post-Palast auch für alle deutschen Eisschnelllauf-Qualifikanten zu. Beim Empfang von mehr als 60 einzelnen Ausstattungs-Gegenständen, von den Boots bis zur Einmarschkleidung oder der Wintermütze: dann kam alles in einen Einkaufswagen und wird demnächst nach Gangneung verfrachtet.

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