Nico picture alliance AP PhotoNico: Der Knockout fehlte...
Foto: picture alliance/AP Photo
Zum zweiten Mal Achter bei den Olympischen Spielen. Nach dem 500-m-Rennen auch auf der längeren Sprintdistanz nicht Fisch noch Fleisch. Was soll man da sagen, Nico Ihle? Der 32-jährige Chemnitzer hätte nach getaner Arbeit, die exakt 1:08,93 Minuten dauerte und sechs Zehntel vom erhofften Bronze-Rang entfernt war, am liebsten eine glatte Stunde analysiert, erklärt, gefachsimpelt, alles hinterfragt. Aber am Ende kam folgende Aussage, „dass ich das nicht auf mir sitzen lassen kann. Vielleicht bin ich in vier Jahren nochmals dabei.“ Hört her. Bisher waren selbst Insider davon ausgegangen, dass Nico Ihle seine Karriere in Inzell (Weltmeisterschaften 2019) ausklingen lassen würde. Das war mal ein Signal am ansonsten gebrauchten Tag für die DESG.

ArbeitsplatzDESG immer live dabei.
Foto: DESG-Presse
„Der ewige Kampf seit 2010, um bei Olympia dabei zu sein, hat sich gelohnt“, zog Bianca Walter ihr Fazit nach insgesamt vier Rennen in der Gangneung Ice Arena, dem brodelnden Vulkan der Winterspiele in Korea. Dass im Viertelfinale über 1000 Meter die Weltklasse-Konkurrenz stärker war, musste die 27-Jährige akzeptieren. „Ohne die Verletzung im Vorfeld wäre vielleicht eine Runde mehr drin gewesen, aber das Training bei Wilma Boomstra in Holland hat enorm geholfen. Da habe ich gemerkt, dass ich nicht zu alt bin, um zu lernen.“

Claudia BDayClaudia und Fan-Reporter Philipp.
Foto: DESG-Presse
Ein Tag „ohne“ in Gangneung, die Eisschnellläufer pausieren vor den letzten beiden Wettkampftagen (1000 m / Massenstart). Die letzten Starter nutzen das Eis zum Training. Claudia Pechstein folgte der Einladung zur Pressekonferenz ins Deutsche Haus. Und wurde mit einer Schokoladentorte überrascht. An ihrem 46. Geburtstag ließ es sich DOSB-Präsident Alfons Hörmann nicht nehmen, besonders herzlich zu gratulieren.

Nico in der KurveNico: "Ich bin bereit!"
Foto: Martin de Jong
Wer häufig zu Olympischen Spielen reist, kann Geschichten erzählen. In Vancouver, erinnert sich Nico Ihle, „waren die Leute sehr nett. Eine tolle Stadt.“ Seine ersten Spiele damals im Februar 2010 an Kanadas Pazifikküste brachten Position 25 über 1000 m in 1:11.04 Sekunden. Vier Jahre später am Schwarzen Meer von Sotschi empfand der Chemnitzer manches als „militärisch, aber sehr gut organisiert“. In 1:08,89 (unmittelbar vor Samuel Schwarz) verfehlte er als Vierter das Podium um 12 Hundertstelsekunden. An Koreas Ostmeer geht es „schon bei den Kontrollen lockerer zu. Im Olympischen Dorf passt alles.“ Aber was geht am Freitag auf der längeren Sprintstrecke? Ihle prognostiziert eine „mittlere 1:08“ für eine Medaille. Top-Favorit Kjeld Nuis, bereits Olympiasieger über 1500 Meter, traut er sogar eine „07“ zu.

Bibi TeamDAdvantage Bibi. Foto: DESG-PresseShort Track in der Gangneung Ice Arena, das ist ein Vabanquespiel. Nichts für schwache Nerven. Fast wie Russisch Roulette, nicht so martialisch, aber mit oft unvorhersehbarem Ausgang. Mittendrin in dieser Spirale der Ekstase: die deutschen Kurvenflitzerinnen Bianca Walter und Anna Seidel, beide im manchmal unsichtbaren Dunstkreis der Entscheidungen bevor– und benachteilt. Die 19-Jährige EM-Dritte von Dresden musste über 1000 m einen Penalty akzeptieren. Aus der Traum von Erfolgen bei ihren zweiten Winterspielen. Ihre Dresdner Kollegin profitierte nach erhaltenem Schulterrempler von einem Advancement und darf am Donnerstag im Viertelfinale weiter hoffen.

Unterkategorien