Claudia: Bestmögliche WM-Verfassung

Claudia_AktionClaudia Pechstein testetAm Mittwoch-Nachmittag kurvte Claudia Pechstein im Berliner Sportforum noch einmal mit Highspeed um die Bahn. „Ich wollte mich einmal testen, ob ich mir einen Start bei der WM in Moskau zutrauen kann. Ich kann“, stellte die fünfmalige Olympiasiegerin fest. In den vergangenen Tagen wurde die Berlinerin arg gebeutelt. „Mich hatte es erwischt. Erst hatte ich mir einen Infekt eingefangen und beim Weltcup in Hamar kam eine Halswirbel-Blockierung hinzu. Moskau ade, dachte ich“, sagte die blonde Eisflitzerin.

Doch Claudia wäre nicht Claudia, hätte sie die Situation einfach so hingenommen. Nach dem ersten Weltcup-Tag brach sie in Hamar ihren Auftritt nach einem enttäuschenden 18. Rang über 1500 m ab, reiste nach Berlin, um sich umgehend kurieren zu lassen. Die Schmerzen zwickten noch, Claudia drehte trotzdem eisern ihre Runden.
Ihre augenblickliche Form kann die Vize-Europameisterin im Mehrkampf nicht sicher einschätzen:  „Ich hatte in den vergangenen zwei Monaten nur einen ernsthaften Wettkampf mit der EM in Budapest. Die Rennen in Ungarn waren mehr eine Windlotterie. Dann fiel für mich Hamar aus. Ich weiß also beim besten Willen nicht, wie ich drauf bin“, gesteht Claudia Pechstein. Aber natürlich will die Power-Frau drei Tage vor ihrem 40. Geburtstag am Sonntag in Moskau Präsenz zeigen: „Bis auf Hamar stand ich bei allen Langstreckenrennen dieser Saison auf dem Treppchen. Ich lasse mich aber nicht unter Druck setzen, will mich in der im Moment bestmöglichen Verfassung präsentieren.“
Als Vorbereitung für die Medaillenjagd im weiterhin eisigen Moskau war Claudia Ende Dezember nach Mallorca zum Radtraining gereist. „Keine falschen Vermutungen. Ich werde zwar wieder an Bahnradrennen teilnehmen, aber Mallorca diente dem Formaufbau für die Eisschnelllauf-WM im Mehrkampf.“ Und als Bonbon präsentierte sie einen neuen Sponsor aus der Stahlindustrie.