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Katrin sagt Tschüss. Foto: DESG-Presse„Manche haben es bereits geahnt, manche werden denken: „Na endlich! Das wurde ja auch mal Zeit!“, manchen wird es überraschen. Ich möchte heute meinen Rücktritt vom Leistungssport bekanntgeben. Die Gründe hierfür sind zahlreich. Ich möchte an dieser Stelle nur einige nennen. Mein Körper hat mir durch zahlreiche Verletzungen und Erkrankungen zu verstehen gegeben, dass gewisse Grenzen erreicht und vielleicht sogar überschritten sind. So konnte ich in den letzten Jahren leider nicht mehr an vergangene Leistungen anknüpfen. Zudem bin ich auch mental an einem Punkt angelangt, an dem andere Dinge für mich in den Mittelpunkt rücken. Ich bin nicht mehr dazu bereit, dem Sport alles weitere unterzuordnen - und das ist nötig, wenn man sich auf die Olympischen Spiele vorbereitet! Zukünftig möchte ich mich intensiv um meine berufliche Zukunft kümmern. Glücklicher Weise habe ich durch meinen Arbeitgeber (Bundeswehr) und den Berufsförderungsdienstes hierzu ausgezeichnete Möglichkeiten.
Ich hatte definitiv eine schöne Zeit als Leistungssportlerin und dafür möchte ich allen, die mir auf meinem Weg behilflich waren, an dieser Stelle recht herzlich danken! Ich habe sowohl Höhen als auch Tiefen erlebt - in Vancouver sogar innerhalb einer Woche mit der Disqualifikation über meine geliebten 5000m und dem nervenaufreibendem Sieg im Team Pursuit ein paar Tage später. Das alles hat mir sehr viel Freude bereitet und mich als Mensch reifen lassen. Was werde ich wohl vermissen? Definitiv die zahlreichen netten Menschen entlang der Eisbahnen (Trainingspartner, das Team „drumherum“ mit Trainern, Ärzten, Physios..., Läufer anderer Nationen, Fans...), Radfahrten bei schönem Wetter, Kaffeeklatsch am freien Nachmittag und natürlich das Gefühl der Geschwindigkeit auf dem Eis. Nicht vermissen werde ich: Dopingkontrollen, Inline-Training, Radfahren im Regen, sonntags fast nie ausschlafen zu dürfen, schleifen... Ich freue mich auf die bevorstehende Zeit und bin sehr neugierig, wohin mich dieser neue Lebensabschnitt führen wird.“ Tschüss und auf WIEDERsehen,
Katrin
DESG-Präsident Gerd Heinze reagierte umgehend auf den Rücktritt und formulierte sein „Goodbye“ mit den Worten: „Liebe Katrin, Deine Entscheidung kommt nicht unerwartet. Trotzdem fällt es mir nicht leicht, Dich aus der Reihe der Nationalmannschaft und als Aktivensprecherin zu verabschieden. Mein Dank geht an Dich für Deinen hervorragenden sportlichen Werdegang, der Dich durch Fleiß und Zielstrebigkeit bis zur Olympiasiegerin gebracht hat. Danke für Dein Engagement für das Gemeinwohl der Aktiven und unseres Sports. Konstruktiv, realistisch und sachlich hast Du Dich mit Deinem Umfeld und Deiner Persönlichkeitsentwicklung auseinandergesetzt und bist so zu einer geachteten Sportlerpersönlichkeit gereift. Mit Deinem Auftreten und den sportlichen Ergebnissen hast Du die DESG und den Deutschen Sport hervorragend repräsentiert. Für Deine persönliche und berufliche Zukunft wünsche ich Dir alles Gute und wünsche mir, dass Du Dein Wissen und die Erfahrungen aus unserem Sport, in der Zukunft für neue Ziele/Aufgaben im Eisschnelllauf einsetzt.“
Sportdirektor Günter Schumacher bleibt Katrin Mattscherodt als die Athletin im Gedächtnis, die in Vancouver innerhalb von zwei Tagen aus tiefsten Tiefen (Sturz im 5000 m Lauf) aufs oberste Treppchen (Gold im Team Pursuit) lief. „Eine Sportlerin von unglaublicher Geradlinigkeit.“
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