Sommer-Meisterschaft als PR-Offensive

Massenstart_Damen_SommereisAttraktiv: Massenstart-Rennen in Inzell.
Foto: Markus Eicher
Das „kleine Sommermärchen“ der deutschen Eisschnellläufer startete mit einem rezenten Appetizer. Das Massenrennen am letzten Wochenende in der Inzeller Max-Aicher-Arena verfolgten viel mehr Kiebitze als erwartet. Bundestrainer Markus Eicher notierte die Siege von Claudia Pechstein und Robert Lehmann – und kategorisierte den Wettbewerb auch unter dem Motto „Werbung für unseren Sport“. 
In diesem Stil geht es unter weißblauem Himmel weiter. Am 26. und 27. Juli  ermitteln die Besten der DESG ihre Titelträger in Sprint- und Allround-Mehrkampf. Eine Novität, „weil wir was wagen müssen und in die Offensive gehen wollen.“ Biathleten und Langläufer würden ebenfalls Meisterschaften im Sommer durchführen, „und wir haben den richtigen Untergrund“ (Eicher), der seine Trainerkollegen zum Plakatieren in der Chiemgau-Gemeinde einsetzte.

Seit gut drei Wochen nutzen die Eisschnellläufer das bestens präparierte Eis in der Arena zum Training. Während draußen der bajuwarische Himmel meist weinte, wurden drinnen schnelle Runden absolviert. Mittendrin auch die beiden „Rekonvaleszenten“ Monique Angermüller und Nico Ihle, die die vergangene Saison vorzeitig hatten beenden müssen. „Und es sieht gut aus“, bekundet der Chef-Bundestrainer. 15 Starterinnen beim ersten Testrennen und 21 bei den Herren dokumentierten: alle sind wohlauf. „Wir blieben von der üblichen Krankheitswelle verschont.“
Nun der erste Ernstfall. Die Sprinter absolvieren die Distanzen 100 m, 500 m, 300 m und 1000 m. Die Mehrkämpfer absolvieren nach 500 und 3000 m (Da) resp. 5000 m (He) sowie den 1500 m ein abschließendes Jagdrennen. Zwölf bzw. 25 Runden sind zu absolvieren. Entsprechend einer Handicap-Formel wird der Rückstand in Meter umgerechnet. Das verspricht heiße Kufen bei der Verfolgung auf dem Eis. Zeremonienmeister Eicher verspricht sich von der Premiere neben sportlichen Aufschlüssen „Spaß, Werbung und Oha-Effekte bei den Zuschauern“, die Eis-Pausen sind gekürzt, Inzell verspricht kompakte Unterhaltung. Bislang waren die Titelkämpfe in der Terminhatz des Winters teilweise untergegangen: jetzt schnürt die komplette Elite des Verbandes ihre Klappschlittschuhe. „Hinterher werden wir uns fragen, warum man das nicht so lange vorher probiert hat...“
Das Programm am Freitag soll rechtzeitig vor der Eröffnungsfeier in London beendet sein. Nach den frischgebackenen Titelträgern dürfen auch jene Kinder aufs Podium, die vorher beim Familien-Sommerfest auf der Spielstraße vor der Halle ihr Können unter Beweis stellten. Als Paten stellen sich Jenny Wolf, Claudia Pechstein, Samuel Schwarz, Nico Ihle und Moritz Geisreiter zur Verfügung: Cracks meet Kids.

Deutsche Meisterschaft Sprint und Allround, Max-Aicher-Arena Inzell
Donnerstag: Start 19.00 Uhr, Ende Veranstaltung 22.00 Uhr
Sprinter: 100 m , 500 m
Allround: 500 m, 3000 m Damen, 5000 m Herren
Freitag: Start 18.00 Uhr, Ende Veranstaltung 20.30 Uhr
Sprinter: 300 m, 1000 m
Allround: 1500 m Damen und Herren, Jagdrennen Damen (12 Runden), Herren (25 Runden)