170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Moritz LarsMoritz: Masterarbeit fertig - Weltcup im Sinn. Foto: DESGphoto/Lars HagenStavanger, im vergangenen Winter schon Weltcupstation der Eisschnellläufer, zelebriert das Finale. Ein Anhängsel? Von wegen, sondern die letzte Chance, ein Ausrufezeichen hinter die Saison zu setzen. Nochmals „alles reinlegen“, umreißt DESG-Sportdirektor Robert Bartko die Philosophie für die deutsche Delegation an der Nordsee-Küste. Ein stattliches Aufgebot von neun Startern schnürt die Stiefel: mit intakten Ambitionen, sich im Weltcup-Ranking final zu verbessern.

Das auf zwei Tage komprimierte Pensum versammelt die weltbesten Skater, die sich über die gesamte Saison qualifizierten. Als „Schmankerl“ aus DESG-Sicht stehen auch die Team-Wettbewerbe auf dem Programm. Im Pursuit der Damen gilt es Platz 4 zu toppen. Die Teamsprinter, auf Rang 2 notiert, erleben ihr Ultra-Finale. Die Ihle-Brothers und Joel Dufter standen in Nagano (Platz 5 in Heerenveen) als Zweite auf dem Podium, das ist der Anspruch, wenn in dieser attraktiven Disziplin Vmax und gute Ablösungen entscheiden.

Vor dem ersten Start drehte der MDR, wie 500-m-Vizeweltmeister Nico Ihle mit seinen Kindern Eisrunden in Chemnitz drehte. „Viel Talent“ attestierte der Sprinter seiner Tochter Emma. Während Moritz Geisreiter, der Mann für die langen Strecken, seine Master-Arbeit im Studium der Wirtschaftspsychologie zum Thema „Karriere-Coaching für Spitzensportler“ vorlegte. Mal so „nebenher“ Intensiv-Brainstorming – und jetzt in Stavanger am Start über 5000 Meter. Dort will Patrick Beckert seine starke Saison krönen. Zuletzt zweimal Vierter auf den langen Strecken (5/10 km) der Allround-WM, steht der Thüringer auch im Gesamt-Ranking auf einem guten vierten Platz. Übrigens: nach Stavanger wird auch monetär abgerechnet. Reichtümer gibt es laut ISU-Price Money-Liste nicht zu verdienen, ein kleines Zubrot aber ist auf dem norwegischen Eis schon einzusacken.

Nico startet über beide Sprintstrecken, Joel Dufter spurtete ins 1000-m-Finale. Bei den Damen hat Claudia Pechstein, kürzlich 45 geworden, auch dem Winter 2016/17 ihren Stempel aufgedrückt: Silber in Gangneung über „ihre“ 5000 m. Jetzt nochmals über die 3000 m. Auch im Team Pursuit und im Massenstart kann die Ice Lady für weitere Aufmerksamkeit sorgen. Direkt vom WM-Vierkampf in Hamar reiste Bente Kraus an, aus dem Chiemgau kamen Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler, über 1000 und 1500 Meter (und im TP) im Einsatz.

Bundestrainer Jan van Veen kann in Norwegen auf eine überwiegend erfolgreiche Saison zurückblicken. Der vorolympische Winter brachte mehr Podiums-Plätze inklusive Weltcup-Goldmedaillen als prognostiziert. Ein Sahnehäubchen aber wäre als Ergänzung hochwillkommen.

Team Germany bei den Wikingern:

Claudia Pechstein, Bente Kraus, Gabi Hirschbichler, Roxanne Dufter

Nico Ihle, Joel Dufter, Patrick Beckert, Moritz Geisreiter, Denny Ihle