Nico StavangerNico analysiert im Interview.
Foto: DESG-Presse
Der erste Tag des Weltcupfinals in Stavanger erwies sich als Spiegelbild der Saison aus deutscher Sicht. Nico Ihle stand einmal mehr im Fokus, wie so häufig im besten Winter des 31-jährigen Chemnitzers. Im 500-m-Rennen sicherte er sich Rang 6 – und war nicht zufrieden. „Trotz einer super Innenkurve“ blieben die Uhren erst bei 35,12 Sekunden stehen – vier (!) Oranje-Skater und der Russe Murashov waren schneller als der Vize-Weltmeister, der die Antwort zwei Stunden später lieferte. Bronzemedaille über 1000 m (in 1:09,47), seiner Lieblingsstrecke. Noch ein Weltcup-Podium am Ende einer langen Saison. Und wieder wirkte der Sprinter nachdenklich. Denn bei der Gesamt-Addition fehlten läppische vier Punkte, um im Strecken-Ranking, nach sechs Läufen, Platz 3 zu belegen. Und Nico weiß, was gegen ihn entschied. „Das war in Astana beim dritten Weltcup (Anm.: Anfang Dezember), als mir eine Tausendstel zu Platz drei fehlte. „Da habe ich es liegen lassen.“

Dennoch: über 1000 Meter kann er mit Ausnahme von Doppelweltmeister Kjeld Nuis (auch Sieger in Stavanger) alle schlagen. Das ist Fakt am Ende der vorolympischen Saison. Während ein Weltcup-Novize jetzt weiß, wo es langgeht. Joel Dufter belegte Rang 8 (in 1:09,77) im Feld der Spezialisten. „Die Saison war lang – aber ich konnte die Motivation bis zum Ende hoch halten“, so der knapp 22-jährige Inzeller. Ein markanter Startschuss in die Karriere als Top-Ten-Läufer für den ehemaligen Shorttracker.

Bei den Frauen musste Claudia Pechstein aufgrund einer Erkältung und Trainingspause auf den Team Pursuit verzichten. Über 3000 m fehlten diesmal die Körner (Platz 9) – am Ende einer dennoch starken Saison, gekrönt von der WM-Silbermedaille über 5000 m. In Norwegen beendete Bente Kraus die Wettkampf-Serie mit Rang 7 (4:07,93 Minuten) auf der Langstrecke. „Es war eines der härtesten Rennen, mit dem Team Pursuit davor. Vieles hat funktioniert, manches aber nicht, weil ich müde war“, so die Berlinerin im TV-Gespräch.

In der Formation Roxanne Dufter, Gabi Hirschbichler, Bente Kraus landete das DESG-Trio in der Team-Verfolgung einmal mehr auf dem (undankbaren) 4. Rang. Bundestrainer Jan van Veen sah am Rande der Bande den Podiumsplatz in der letzten Runde schwinden, als die Russinnen mit dem besseren Schlussspurt überzeugten.

Über 5000 m belegte der Erfurter Patrick Beckert den 6. Rang, im Gesamtweltcup erreichte er den 5. Platz.