WM TeamBibi und Anna sind weiter. Foto: TeamWie von den Veranstaltern versprochen - die 42. Short Track-Weltmeisterschaft in Rotterdam im Sportpalast Ahoy ist eine Megashow.  Fast 7000 Zuschauer feierten am ersten Abend die Short Track-Weltelite. Ein DJ heizte dem Publikum ein, die beliebten Popsänger Van Velzen und Xander de Buisonjé  brachten es mit ihren Bands zum Singen.  Für Anna Seidel und Bianca Walter bedeutete das den notwenigen Adrenalinschub für gute Leistungen über 500 m und 1000 m. Auf beiden Strecken erreichten die Dresdenerinnen das Viertelfinale.  Am Vormittag, als die Boyband B-Brave 3500 Schulkinder in Ekstase versetzte, verpassten die beiden über 1500 m die Qualifikation für das Hauptfeld und kamen nur in die Platzierungsrunde. Christoph Schubert kam auf keiner der drei Strecken (1500 m, 500 m, 1000 m) weiter und muss sich mit Platzierungsrennen begnügen.

"Die 1500 m haben wir verkackt, mussten erst in den Wettkampf reinkommen. Das war läuferisch nicht das, was wir in Dresden gezeigt haben", erklärte Bianca, auch im Namen Annas. "Die 1000 m haben viel Spaß gemacht. Ich habe mich getraut zu überholen und hätte nicht gedacht, dass das jetzt schon geht. Solche Läufe kann es immer geben", meinte Anna Seidel nach den 1000 m, wo sie wegen eines Fouls einer Konkurrentin als Vierte vom Schiedsrichter einen Platz im Viertelfinale erhielt.  Die 18-Jährige ist nach ihrem überstandenen Sportunfall noch nicht in alter Bestform. Die Deutsche Meisterin Bianca Walter qualifizierte sich als zweite hinter Medaillenkandidatin Suzanne Schulting auf ihrer Lieblingsstrecke 1000 m ebenfalls direkt für das Viertelfinale.

Nach dem Lob für die Atmosphäre in der Ahoy-Arena ("Es ist ganz cool. Es könnte öfter so sein.") kritisierte Anna die Eisqualität der mobilen Eisfläche unter der 30 Kilometer Rohre verarbeitet wurden. "Das Eis ist sehr brüchig. Wenn viele Läufer auf ihm sind, wird es schnell schlecht. Doch dafür ist das Drumherum viel cooler", so Anna. "Das macht richtig Fun hier unsere Sportart als Event zu erleben. Ich bin froh und glücklich teilnehmen zu können. Anna und ich werden die weiteren Rennen genießen", ergänzte Bianca. "Man sieht, dass es allen Spaß macht, von den ehrenamtlichen Helfern, den Zuschauern und den Sportlern. Es ist ein sehr freundliches Volk hier", lobte Bianca die Gastgeber.

"Hier erhält der Short Track endlich die Aufmerksamkeit, die sich diese Sportart verdient hat.  Da haben die Organisatoren das Spektakel von Dordrecht (EM und Weltcup) noch einmal getoppt",  fand DESG-Teamleiter Matthias Kulik. Immerhin investierten die Niederländer mehr als drei Millionen Euro in die WM. Soviel Licht wie nie zuvor bei einer Sportveranstaltung in Europa hängt unter der Hallendecke, darunter 400 Lampen, eine 180XLed-Wettkampfbeleuchtung und 100 Lautsprecher. Die Anzeigetafel misst 150 Quadratmeter.  Die Licht- und Lautsprecher-Installationen waren auf 14 Lastwagen in die Hafenstadt gebracht worden. Mit 14 Kameras, doppelt so viele als in früheren Jahren, produziert der niederländische Sender NOS die TV-Bilder.  Auch im Pressezentrum „brummt“ es. 110 Journalisten sind akkreditiert. TV-Teams aus China, Ungarn, Polen und Kanada übertragen die Medaillenjagd der Kurvenflitzer direkt.  38 Länder haben insgesamt 145 Sportler an die Maas geschickt.  Am Ende der drei tollen Tage sollen mindestens  25 000 Eintrittskarten verkauft worden sein. Ein Rekord für Short Track in Europa.