DD VorbereitungDer Shorttrack-Sound - vom 11-jährigen DJ BastiQDas ist wohl nur im Short Track möglich: Auf fast allen Distanzen gab es bei den 42. Weltmeisterschaften in Rotterdam neue Titelträger. Nur über 500 m stand die Chinesin Kexin Fan wieder oben auf dem Treppchen. Am WM-Schlusstag heizte DJ Martijn La Grouw die fast 8000 Zuschauer im Sportpalast Ahoy ein, die vor allem mit den Oranje-Kurvenkratzern litten.

Für die Homecrowd gab es Dramatik pur: Titelaspirant Sjinkie Knegt verpatzte die 1000 m, Medaillenfavoritin Suzanne Schulting die 1500 und 500 m. Und Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Jorien ter Mors, die die niederländische 3000 m-Staffel zu Gold führen sollte, stürzte. Das Oranje-Quartett musste sich mit Platz vier zufriedengeben und vergoss viele Tränen. Ter Mors möchte bei den Olympischen Spielen 2018 als Eisschnellläuferin und mit der Short Track-Staffel Medaillen gewinnen. Gold ging an China.

Knegt, Weltmeister 2015, sorgte doch noch für Jubelstürme. Er schob sich durch den Sieg im 3000 m-Superfinale auf Rang zwei hinter dem neuen Titelträger Seo Yi Ra aus Südkorea, der über 1000 m auch einen Einzeltitel erobert hatte. Christoph Schubert, als einziger Deutscher in der Hafenmetropole am Start, endete auf Rang 38. Durch diese Platzierung, der Dresdner hätte mindestens 32. werden müssen, verlor die DESG den zweiten Startplatz für die Titelkämpfe 2018 in Montréal (Kanada).

Erfolgreichste Teilnehmerin war die Britin Elise Christie mit dreimal Gold, in der Gesamtwertung und mit Einzelsiegen über 1500 m und 1000 m. Schulting kam auf Rang sieben. Eine Platzierung, von der die deutschen Damen Anna Seidel und Bianca Seidel derzeit träumen. Sie belegten in der Endwertung die Ränge 17 und 20.  Über 500 m und 1000 m hatten beide das Viertelfinale erreicht. Gegen große Namen wie zum Beispiel  Seidel gegen Ex-Weltmeisterin Marianne St-Gelais (Kanada) oder  Walter gegen Elise Christie  waren sie chancenlos, konnten dem horrenden Tempo nicht folgen. In der Streckenwertung wurden sie 18. (Walter) und 20. (Seidel).

Trotz eher enttäuschender Zahlen war für Anna Seidel der WM-Auftritt ein Erfolg. Es war erst der dritte Wettkampf seit ihrem Comeback nach ihrem schweren Trainingsunfall. Die 18 Jahre alte Sächsin muss sich wieder an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnen. Walter hinkt ebenfalls nicht in der Lauftechnik nach. Die Bundespolizistin muss sich mehr trauen.

"Mehr war leider nicht drin", meinte DESG-Teamleiter Matthias Kulik. Nostalgisch die Zeiten, als die DESG mit zwei Staffeln zu Weltmeisterschaften reiste. Für die Olympiasaison hofft der Verband wieder eine Damenstaffel aufzustellen.  "Wir haben im Moment nicht genug Short Track-Sportler, die die Grundvoraussetzungen erfüllen. Der Neuaufbau braucht Zeit.  Aber wir kommen zurück", so Kulik.

Lob gab es für die Gastgeber für die 3,1 Millionen teure Short Track-Show. "Diese Weltmeisterschaft ist ein sehr gutes Vorbild für die Zusammenarbeit zwischen dem Weltverband, dem nationalen Verband, den lokalen Institutionen und einem Sportmarketingbüro", erklärte ISU-Präsident Jan Dijkema am Ende der Show.