2017 01 21 0625Robert Lehmann - auf Erfolgskurs mit den Junioren.
Foto: DESGphoto/Lars Hagen
Er startete dreimal bei Olympischen Spielen, in Turin, Vancouver, Sotschi. Er ging stets offen mit der eigenen Leistung um – und eigentlich hatte man nach dem Karriere-Ende von Robert Lehmann zunächst News über ungewöhnliche Bike-Ausflüge des ambitionierten Pedaleurs erwartet. Es kam anders. In dieser Saison etablierte sich der 33-Jährige innerhalb der DESG-Trainerriege. Er betreut am Standort Berlin den Nachwuchs – seine Schützlinge räumten auf nationalem Eis massiv ab. „Wir stehen besser da als vor zwei, drei Jahren“, sein Zwischenfazit.

Der Erfurter, der in seiner aktiven Zeit (2003 bis 2014) auf den Mittelstrecken und im Team Pursuit seine Stärken ausspielte, den aber ausgerechnet bei manchem Saison-Highlight Verletzungen bremsten, beendete abseits des Eises sein Bachelor-Studium in den Sportwissenschaften. Und zog wieder die Schlittschuhe an. Zunächst mit den 14- und 15-Jährigen, dann als Co-Trainer mit den 15/16-Jährigen – seit dem Abschied von Sabine Diehn übernahm er ihre Junioren-Gruppe.

Aus dem Nebenjob wurde eine Fulltime-Beschäftigung. „Eigentlich wollte ich nicht so schnell wieder aufs Eis zurückkehren.“ Aber jetzt macht es Robert Lehmann Spaß, dem Nachwuchs die Vorzüge des „Lebens auf der Eisbahn“ näher zu bringen. Er beendete den Bundeswehr-Vertrag für die Tätigkeit beim Olympia-Stützpunkt. Und assistierte dem bisherigen Junioren-Bundestrainer Jan Coopmans zuletzt auch bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Helsinki. Seine Berliner Teenies, ob Lukas Mann oder Ole Jeske, bestätigten ihre Fortschritte. Bei den 17-Jährigen skateten die DESG-Junioren auf Augenhöhe mit der Weltspitze.

Mit 13 Schülern arbeitet Lehmann. In der Regel morgens zwischen 7.30 Uhr und 9.30 Uhr. Und am späten Nachmittag. Schon in seiner aktiven Zeit hatte sich der Thüringer viel um den Nachwuchs bemüht. „Vielleicht war das auch ein Grund, dass ich nicht mehr auf höchstem Niveau mithalten konnte“, räsoniert er. Jetzt sieht er sich in der Pflicht, „Dinge im Eisschnelllauf zu vermitteln“, die zielführend sind. Er stellt Qualität vor Quantität, fordert, dass die Heranwachsenden sich integrieren. Doch junge Revoluzzer hat er eh nicht in seiner Gruppe.

Aber er weiß, wie schwierig der Neuaufbau ist. Es gäbe Jahrgänge mit nur „einem Jungen“, der das Zeug für mehr hat. Doch ein Coach, der sich noch fast im Race-Modus befindet, kann manchmal andere Tipps und Hinweise geben als manche Alt-Eingesessene. Robert Lehmann kann in dieser Funktion für den richtigen Schliff nicht nur bei den Kufen sorgen.