170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

KLD Berlin 2017KLD in Berlin. Felix Maly quält sich unter den Augen von Manuel Gras und IAT-Spezialist Andreas Ehrig. Foto: DESG-PresseDie Martergeräte am Berliner Olympiastützpunkt ächzten unter den Brachialgewalten der deutschen Eisschnellläufer, aber auch den Kufenflitzern forderten die dreitägigen Tests der KLD auf Rädern und Maschinen das letzte ab. Andreas Ehrig, der die Serie leitete, salopp: „Ja wir müssen schon mal Eimer bereitstellen, aber doch eher selten.“ Wenn die Belastungen bis über die Kotzgrenze gehen.

Die Leistungs-Diagnostik, ein zentraler Bestandteil des Controlling Systems, sorgte für gemeinsames Schwitzen – ebenso übereinstimmend klangen die Bewertungen der DESG-Athleten. „Das ist gut für unser Feedback. Um zu wissen, wo wir stehen – und ob das Training angeschlagen hat.“ Da viele Leistungswerte über jenen des Vorjahres lagen, macht sich olympische Aufbruchsstimmung breit. Ob Isabell Ost, Michelle Uhrig, Gabi und Hubert Hirschbichler, Felix Maly: unisono beurteilen sie ihre Chancen für Südkorea optimistisch. Obgleich die Hürden hoch liegen. Zweimal Platz 16 beim Weltcup – oder einmal unter den Top 8 sind gefordert. Was die DESG-Asse wie Nico Ihle, Patrick Beckert, Claudia Pechstein, bei der letzten WM medaillendekoriert, kaum beunruhigt, für die Skater in Lauerstellung aber die ultimative Herausforderung.

Auch für Bente Kraus, seit dem Ende der letzten Saison (WM-Achte über 5000 m) quasi nonstop durch Reha-Maßnahmen, aufgrund von Rücken- und Knie-Problemen, aus der Spur geworfen. Aber die Berliner Luft tut auch der 28-Jährigen zu. Statt mit Rad oder Inlinern suchte sie mit Skirollern und Schwimmen den Weg zurück. Jetzt ist sie „zu 95 Prozent schmerzfrei“ und glaubt die Defizite in den kommenden acht Wochen auszugleichen. Dann steht mit der DM in Inzell die Weltcup-Qualifikation bevor. Der Run nach Gangneung (Austragungsort der olympischen Eisschnelllauf-Wettbewerbe) beginnt.

Das wird für Roxanne und Joel Dufter gleich zum Heimspiel: die beiden Inzeller gehörten im vergangenen Winter zu den Aufsteigern, ausgerechnet bei der WM und Olympia-Schnupperparty aber fehlten die Ergebnisse. „Das haben wir analysiert und die Schlüsse daraus gezogen. Es kann nur besser werden.“ Und dann zählt Roxanne durch.  „Im besten Fall fahren fünf Inzeller nach Olympia.“ Die Hirschbichlers & Dufters sowie Moritz Geisreiter. Sie spricht von aktuell optimal Bedingungen, auch weil die Anforderungen von Bundestrainer Jan van Veen inzwischen punktgenau umgesetzt werden. „Er muss es uns nicht mehr 100 Mal erklären, sondern beim zweiten Mal klappt es“, scherzt die Deutsche Meisterin über 1500 m.

Auch ein Ausrufezeichen der Test-Tage. Die Lobeshymnen auf den niederländischen Coach. „Er hat uns das Eisschnelllaufen neu erklärt – und jetzt skaten wir dynamischer und ökologischer“, sagt Felix Maly stellvertretend. Die Van-Veen-Kurventechnik bis zum letzten Abdruck umzusetzen, lautet der aktuelle Anspruch. Fortsetzung in dieser Woche beim Trainingslager in der Toskana. Hubert Hirschbichler ahnt, was sie dort erwartet. „Höchste Intensitäten zum Beispiel beim Rad-Training.“ Weitere Schmerzen für Olympia…