170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

„Es war eine schöne Zeit – und ich verabschiede mich auch mit einem lachenden Auge.“ Wohl dem, der wie Jonas Pflug sein Karriere-Ende auf dem Eis positiv kommentieren kann. Beim Sommer-Eis im Juli hatte der 24-jährige Berliner nochmals einen Kufen-Versuch unternommen und sich danach entschieden. „Es war nicht mehr möglich, das entsprechende Niveau zu erreichen.“ In Absprache und unterstützt von Ärzten, Bundestrainer Van Veen und Sportdirektor Bartko zog Jonas, zu Jahresbeginn an der Hüfte operiert, die Reißleine.

Der große, kräftige Mann mit dem dunklen Teint, Spezialist für die langen Strecken, hatte sich im Winter 2015/16 –- vor der Mehrkampf-EM – verletzt. Ausgerechnet bei einem der wenigen 500-m-Starts. Aber damals konnte niemand die wahren körperlichen Probleme definieren. Mit Ausweichbewegungen versuchte Jonas gegenzusteuern und fand nicht mehr zurück in den korrekten Skating-Ablauf. Das lädierte Hüftgelenk und eine Knorpelverschiebung unterbanden Top-Leistungen. „Vor dem letzten Versuch in Berlin fühlte ich mich gut, aber es funktionierte technisch nicht mehr.“

„Ich hatte alles, was man zum Leistungssport braucht“, blickt Pflug zurück. Er nutzte dies zu EM- und WM-Teilnahmen, sorgte mit einem Weltcupsieg in der B-Gruppe 2015 in Heerenveen sowie in Inzell für Ausrufezeichen in 6:27,05 Minuten (5000 m), aber der Körper gestattete die nächste Leistungs-Evolution nicht mehr. Anfang nächsten Jahres will er seine Laufbahn-Prüfung bei der Bundespolizei ablegen. Und den Berufsweg als ausgebildeter Polizist einschlagen. „Mein Herz aber schlägt auch weiter für das Eisschnelllaufen, deshalb wird man mich auch künftig am Rande der Bande sehen.“ Logo, um seiner Partnerin Bente Kraus alle Daumen zu drücken.