170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Anna und Bibi2Anna und Bibi auf dem Weg Richtung Olympia. Foto: Schaats FotosHappy End nach einem Shorttrack-Krimi für die deutschen Ladies am ersten Tag des zweiten Shorttrack-Weltcups der Saison in Dordrecht (Niederlande):  Trotz Stürzen im 1500 m-Vorlauf erreichten die Dresdnerinnen Bianca Walter und Anna Seidel das Halbfinale. Nach Budapest qualifizierte sich Bianca Walter zum zweiten Mal für die Vorschlussrunde  und erfüllte die DESG-Olympianorm: zweimal ein Halbfinale über 1500 m. Doch das Weiterkommen hing an einem seidenen Faden.

Aufgeben gibt es nicht – das Motto von Bianca Walter. 2010 Vancouver verpasste sie als Youngster mit der Staffel durch einen Penalty den Olympiastart, für 2014 war sie durch Verletzungen nicht fit.  "Da habe ich mir gesagt: jetzt noch einmal vier Jahre richtig trainieren".  In ihrem 1500 m-Vorlauf wurde sie in einer Kurve von der Ungarin Bernadett Heidum behindert, beide stürzten. Die Jury gab nach einem Videostudium Heidum einen Penalty. Walter wurde „advanced“. Einzug ins Halbfinale, die Qualifikationsnorm erfüllt. Freudentränen kullerten über ihre Wangen, als sie ihrer Mutter Skadi Walter, der früheren Eisschnellläuferin, in die Arme fiel. Dann folgte ein Freudenschrei. Der Hallensprecher gab bekannt, dass auch Klubkameradin Anna Seidel durch Jury-Entscheid die nächste Runde bestreiten kann. Dh. Halbfinale am Samstag. Eine „halbe Norm“ für die 19-Jährige auf dieser Strecke. Auch sie war in ihrem Vorlauf behindert worden und gemeinsam mit der Französin Marchand  in die Bande geknallt.

Schaden erlitten beim Sturz Biancas Kufen, die von Techniker Robert Becker umgehend repariert wurden.  In der Qualifikation über 500 m kam Bianca als eine der Zeitschnellsten-Dritten in den Vorlauf, Anna als zweite.  Tina Grassow überstand die Qualifikation nicht.  Walter und Seidel schieden in den 500 m-Vorläufen jedoch aus. Im Rennen mit Weltmeisterin Kexin Fan (China) stürzte Seidel in der letzten Kurve und prallte gegen die Bande. "Ich habe muskuläre Schmerzen im Rücken. Nichts Schlimmes. Der Physio wird mich behandeln und dann wird es wieder in Ordnung sein", meinte die Schülerin.  Bianca und Anna waren mit ihren 500 Metern zufrieden. Für ihre Verhältnisse waren sie sie gut gelaufen. Seit ihrer schweren Rückenverletzung braucht Anna Seidel mentale Unterstützung. "Unsere Trainerin Wilma Boomstra hat uns allen schon auf diesem Gebiet stark geholfen. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, bringt einen Schwung mit, der uns alle mitzieht", so Anna über ihre niederländische Trainerin, die seit August in Utrecht vier deutsche Shorttracker betreut.

Auch Christoph Schubert war zufrieden. Der einzige deutsche Starter hatte über 1500 m und über 500 m die zweite Runde erreicht. "Über 1500 m fehlte mir im zweiten Lauf die Kraft", erklärte der Dresdner. "Ich verkrafte das Training bei Wilma gut. Es schlägt langsam an. Die Umsetzung dauert länger. Wir haben viele technische Dinge gelernt, zum Beispiel, dass wir den Oberkörper parallel zum Eis halten sollen.  In solch einer kurzen Zeit kann man nur an Kleinigkeiten arbeiten," meinte Christoph.

Lobende Worte fand auch Wilma Boomstra für ihre deutschen Schützlinge, die bei Wettkämpfen von Daniel Zetzsche betreut werden. "Wir haben eigentlich nur einen vollen Monat sehr hart gearbeitet. Sie sind in meiner Gruppe mit sehr guten Juniorenläufern gut aufgenommen worden. Haben viel gelernt und technisch große Fortschritte gemacht.", so die Niederländerin. "Ich bin sehr stolz auf Anna und Bianca.  Anna wird die deutschen Qualifikationsbedingungen sicher noch schaffen. Christoph war auch gut. Er muss etwas entspannter laufen. Ich mache mit ihnen in meinem Büro auch mentales Training. Ich bin eine freundliche, aber auch knochenharte Trainerin", lachte Boomstra.

Daniel Zetzsche ergänzte, im Bezug auf die Jury-Urteile in Dordrecht: „Glücklicherweise ist hier zu unseren Gunsten entschieden worden.“ Und setzte ein Smilie unter sein Urteil. Zu häufig hatte er – auch am ersten Weltcup-Wochenende – Stürze der DESG-Damen erlebt. Nach reichlich Pech endlich etwas Fortüne. Das im Hinblick auf die Olympia-Quali ein Unterpfand sein kann. Auch wenn es noch ein weiter Weg Richtung Südkorea ist.  

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