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2017 10 28 0496Claudia Pechstein holt DM-Titel 31! Alle Fotos: L.Hagen/DESGphotoClaudia Pechsteins 31. Deutscher Meistertitel (über 3000 m), die erfüllte Weltcup-Norm durch Sprinterin Judith Dannhauer – und der zweite Streich von Patrick Beckert, diesmal über 1500 m. So lautet die Zusammenfassung des zweiten Tages in Inzell. Das macht Appetit auf das Finale in der Max-Aicher-Arena am Sonntag. Die 1000 m der Herren versprechen einen besonderen Showdown, wenn es um die Tickets für die nächsten internationalen Einsätze in Heerenveen und Stavanger geht. Claudia kann ihre imposante Titelsammlung ausbauen, die Massenläufe werden den Schlussstrich ziehen.

Neben Claudia, die „sehr zufrieden“ mit ihrem Ergebnis (4:08,56 Minuten) war, sicherte sich auch Roxanne Dufter in 4:10,71 die Qualifikations-Norm der DESG. Ziemlich „deprimiert“ nach eher enttäuschenden 1500 m am Vortag, forderte sie ihre 20 Jahre ältere Rivalin bis zur letzten Kurve.  „Langfristig“, meint Bundestrainer Van Veen, könne sich Xeni auch für die längere Strecke empfehlen. Sie selbst sprach vom „Schlittschuhlaufen ohne Druck“ über die ungewohnte Distanz und freut sich auf die Weltcupserie. „Häufiger unter den Top Ten“ wolle sie kommen, die Einzelstarts „routinierter“ angehen. Die blonde Bayerin hat einiges vor für die olympische Saison, ihr Leistungs-Barometer stimmt zuversichtlich. Während sich Stefanie Beckert zurückmeldete: als Dritte mit 4:12,88 Minuten kratzte die 29-Jährige an der Norm – nach extremen Knie-Problemen (Innenband-Zerrung), die das Training ebenso beeinflussten hatten wie eine aktuelle Erkältung.

22 Herren brachten sich in Position für die 1500 Meter. Man erinnere sich: die vielleicht härteste Distanz war jahrelang eine Zitterpartie für die DESG-Jungs, von der internationalen Konkurrenz distanziert. Die Vorzeichen haben sich geändert, auch weil der Bundestrainer die knapp vier Eisrunden zur „Kernstrecke“ erklärte. Eine Disziplin, die „eine Superbasis“ für Entwicklungen nach „oben und unten“ sei. Die Youngsters, angeführt von Pedro Beckert (21), Manuel Gras (22), Jeremias Marx (20), Max Reder (18) rücken dem Establishment langsam auf den Pelz. Zumal Patrick-Bruder Pedro nach einer Grippe geschwächt an den Start gegangen war. Deshalb konnte sich der neue und alte Meister nicht richtig über einen weiteren Titel freuen. „Einfach schade für ihn, weil so viel möglich gewesen wäre.“ Silber (vor Joel Dufter), wie über 5 km, für Moritz Geisreiter, der seinen Lauf als „unrund“ krittelte, sich ärgerte, „dahoam“ erneut nicht ganz oben zu stehen, seine Leistungskurve aber stimmt dennoch.

Herzlich willkommen, Judith, möchte man ausrufen. „La Mamma“ gewann nicht nur die schwach besetzte 500-m-Disziplin der Damen, sondern holte sich die Weltcup-Norm (38,86 Sekunden). „Ich war schon kribbelig, hatte erst einen einzigen Schienentest in den Beinen.“ Und damit beginnen logistische Herausforderungen. Auch ihr Ehemann wird die nächsten fünf Wochen als Bob-Trainer dem Eis nachjagen, sie startet in den Weltcup. Söhnchen Artur muss auf die Eltern erstmal verzichten. Umso lieber berichtet Judith Dannhauer über den Zweijährigen. „Er hat Mamas Wesen. und die ist schon nicht einfach. Ein Sturkopf.“ Das werden anstrengende Wochen für Familien-Mitglieder, Freunde und Vereinskollegen, bis Judith zurückkehrt. Aber die ist voll motiviert, nochmals alles und mehr zu geben. „Würde ich sonst das alles auf mich nehmen?“

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