170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Letzter Tag des Shorttrack-Weltcups in Shanghai – und der großen Emotionen. Auf den Tribünen feierten die chinesischen Gastgeber euphorisch den zweiten Heimsieg von Wu Dajing (nach dem Sprint nun über 1000 m). Kein einziger der 500-m-Medaillengewinner von Budapest und Dordrecht erreichte das A-Finale. Jeder scheint jeden schlagen zu können, im olympischen Schräglagen-Winter. Anschließend unterlagen die Chinesinnen, deren Leaderin Zang Yize sich am Samstag verletzt hatte, mit der Staffel hauchdünn dem Team Korea. Alle chinesischen Mädels trugen bei der Siegerehrung die 14, Zang‘s Nummer. Dann flossen die Tränen. Im Relay der Männer siegten die Amerikaner um J.R. Celski („it’s amazing“) in einer Weltrekordzeit vor Korea, ihr erster Coup seit 2013. Zweimal Gold gab es für die 22-jährige Kanadierin Kim Boutin (500/1000 m), dreimal Medaillen holte Italiens ST-Legende Arianna Fontana (27): Shanghai bot vieles.

Leider eher weniger für die DESG-Vertretung. Bianca Walter hatte auf allen drei Strecken „ganz gute Läufe“, so Coach Daniel Zetzsche, gezeigt, aber für „kleine Fehler“ büßen müssen. Anna Seidel war über 1000 m unterwegs in die Vorschlussrunde. „Aber sie trat nach einem Überholmanöver auf einen Klotz und stürzte“, musste Zetzsche den Fauxpas von der Bande aus verfolgen. „Im Viertelfinale gestanden zu haben, ist aber erst einmal gut.“

Am Montagmorgen, kurz vor 9 Uhr (Shanghai-Zeit), setzt sich die Asien-Expedition der deutschen Shorttracker fort. Abflug nach Seoul, gleichzeitig die letzte Weltcup-Station dieses Jahres. Anna Seidel, Bianca Walter, Gina Jacobs, Tina Grassow, Christoph Schubert on tour. Das Motto lautet: „No Penaltys“, keine Disqualifikation, keine Stürze oder Fehler. Denn über Seoul geht es quasi direkt nach Gangneung, dem Austragungsort der olympischen ST-Wettbewerbe im Februar 2018.