170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Team Pursuit SLCMdJTeam Pursuit in Kolomna - Michelle Uhrig muss statt Claudia Pechstein ran. Foto: Martin de JongDas hat man lange nicht gesehen. Die niederländischen Betreuer zittern bis zur letzten Runde des 1500-m-Rennens, als zwei deutsche Damen im finalen Paar  die letzten 400 Meter angehen. Gabi Hirschbichler hatte ihr Herz in beide Hände genommen, mutig attackiert. Und im “Inzeller Duell” gegen Roxanne Dufter unterwegs Bestmarken aufgestellt. Am Ende war ihr mit Rang 5 zwar nicht die ganz große Überraschung geglückt - die Oranje-Mädels Van Beek und Leenstra durften doch noch jubeln - aber eine klasse Platzierung allemal. Respekt für die Leistung der 34-Jährigen. Das bestätigt auch das System von Bundestrainer Jan van Veen, der sein Team “stark” für den Team Pursuit gemacht hat. Auch Roxanne Dufter (8.) und Michelle Uhrig, Vierzehnte bei ihrer ersten EM im Kreise des Establishments, haben in der olympischen Saison ihre Priorität auf die Mannschaft gelegt. Und die 1500 Meter sind der beste Gradmesser dafür. Am Sonntag gilt das Trio jetzt als Medaillen-Kandidat für die Verfolgung.

Schon über 500 Meter hatte Gabi mit Platz 8 und einer Zeit unter 39 Sekunden ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Bayerin ist im Flow für die Winter Games, das hatte Van Veen schon nach den letzten Trainingseindrücken gesehen. Apropos Vorbereitung. Sprinter Nico Ihle war den Chemnitzer Weg gegangen. Und das reichte zur “Blechmedaille”. “Er läuft auf der Stelle los”, kommentierte ARD-Fachmann Ralf Scholt den nicht optimalen Angang. In der zweiten Runde etwas hinausgetragen – und der Podiumsplatz war nach 35,03 Sekunden weg. Kein Beinbruch für Nico, auf der heimischen Freiluftbahn im Kampf mit den Wetter-Unbillen wie Schnee und Regen. “Da spürt man Widerstände, die man in der Halle nicht so kennt”, sein Statement vor den TV-Kameras. “Deshalb war es ein guter Wiedereinstieg.”

Über 1500 Meter belegte Joel Dufter Rang 12, am Samstag will er auf der kürzeren Mittelstrecke weiter nach vorne kommen. Das gilt natürlich auch für Nico. Und wozu ist Gabriele Hirschbichler, die nahezu alle technischen Probleme im Griff hat, noch in der Lage? Schaun mer mal. In der heimischen Metzgerei wird Vater Hubert, Ex-Eisschnellläufer, das Tranchier-Messer beiseite legen und im Fernsehen genau hinschauen. Wie ganz Inzell seinen drei EM-Startern die Daumen drückt.