Claudia Mixed ZoneClaudia souverän in der Mixed Zone. Foto: DESG-PresseAls einen „Kampf der Generationen“ hatte die ISU das erste olympische Damen-Rennen angekündigt. Über 3000 m, der Zweitstrecke von Claudia Pechstein. Die „Veteranin“ contra junge Hüpfer. Am Ende konnte die 45-jährige Berlinerin als Neunte mit „einem guten Training unter Wettkampfbedingungen“ zufrieden sein. Dass mit der 28-jährigen Niederländerin Carlijn Achtereekte eine Sportlerin „mittleren Alters“ und ohne ganz überragende Meriten gewann, erstaunte genauso wie der nur vierte Rang für Martina Sáblíková - 2010 und 2014 war sie unschlagbar. Und: Gold, Silber, Bronze für Oranje, Business as usual, jedoch gerade bei den Damen so nicht prognostiziert.

Ein Abend in Gangneung, der aber auch unterstrich, welche Popularität Claudia Pechstein unverändert besitzt. Viel Applaus unterwegs – und nach den 3000 Metern. Dann ein Medienandrang in der sogenannten Mixed Zone, als wäre eine Medaille zu besprechen gewesen. Erst die TV-Stationen, dann der Rundfunk, die englischsprachige Presse-Gemeinde und die deutschen Journalisten. Claudia blieb keine Antwort schuldig. Sie könne mit den konstanten Runden zufrieden sein, während andere „wie die Feuerwehr“ loslegten und später dafür Tribut zollen mussten. Ihre Taktik ist eine andere. Und die will sie am Freitag über 5000 m ausspielen. Hier kam „ein Haken dran – und dann weiter.“ Sie will noch „viel Spaß haben“. Auch in der WG im Olympischen Dorf mit Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler. „Da können wir uns täglich mental auf den Team Pursuit vorbereiten.“

Roxanne musste bei ihrer Olympia-Premiere über die weniger geliebten 3000 m Lehrgeld bezahlen. Kein Wunder: „Wenn man am Start steht und direkt auf die olympischen Ringe blickt“, fördert das die Nervosität. „Aber ich hatte auch schwere Beine – und schon in der dritten Runde hat es Bumm gemacht.“ Die Spiele aber haben für die Inzellerin, die im Einzel auch über 1000 und 1500 m startet, erst begonnen. „Ich brauche viele Rennen. Solche wie dieses passieren, das muss man abhaken.“

Übrigens: Nicht nur die Medienvertreter sind schon voll im Olympiafieber. Die ARD meldete 35 Prozent Marktanteil und 4,4 Millionen Zuschauer bei der Übertragung der Eröffnungs-Zeremonie. Auch im fernen Deutschland wollen die Fans Olympia sehen. Die Fortsetzung am Tag der ersten Goldmedaille (Laura Dahlmeier) dürften folgen. Und die deutschen Eisschnellläufer wollen das Ihre dazu beitragen. Am Sonntag hoffen Patrick Becker und Moritz Geisreiter auf einen starken Auftakt über 5000 Meter.