TeamFast wie zuhause: Gespräche am "Küchen"-Tisch. Foto: DESG-PresseLängst ist es ein nettes Zuhause, die Unterkünfte der deutschen Eisschnellläufer und Shorttracker im Athleten Village. Die Wohngemeinschaften sind mit allerlei Gegenständen von Zuhause geschmückt – gemeinsame Wohnzimmer mit Sofa-Ecke und Flachbildschirm lassen ohnehin zusammenrücken. Auch notwendig für die lange Zeit von über drei Wochen in den schmalen Hochhäusern am Stadtrand von Gangneung. Sehen aus wie Zahnstocher, identisch geriet das Mediendorf, ein Steinwurf entfernt.

Jorien 1000 MdJNiederlande: Läuft!
Foto: Martin de Jong
Eisschnelllauf in Motion. Das erlebten die Olympia-Fans beim Damen-Rennen über 1000 Meter in Reinkultur. Immer schneller, zunehmend spezifischer, Zeit um den Atem anzuhalten, blieb selten, als Rotschopf Jorien Ter Moors (Niederlande) und die Japanerinnen Nao Kodaira und Miho Takagi die Medaillen unter sich ausmachten. Das DESG-Trio spielte bei diesem Abflug in den Eis-Orbit wie zu erwarten eine Nebenrolle, obgleich sich Gabi Hirschbichler (15.) zufrieden zeigte, Judith Hesse (26) ihre Anlaufstrecke unter die Kufen nahm und Michelle Uhrig (31.) einfach nur glücklich sein konnte, unerwartet zwischen den fünf Ringen hindurch zu zirkeln. Mehr war für Bundestrainer Van Veen nicht drin: für ihn beginnen nun die heißen Tage.

Patrick 5000 MdJPatrick: 10 000 m bis zur Kotzgrenze. Foto: Martin de JongDie (naheliegende) Frage hätte man sich verkneifen sollen. „Welches sind die Schmerzen, die ein 10-km-Rennen auslöst?“ Moritz Geisreiter mag das am Tag vor der Höchstanstrengung bei den Olympischen Spielen nicht thematisieren. Patrick Beckert auch nicht, meint dann aber, erst gehe es in den Beinen los, dem Rücken „und dann kommen noch Kopfschmerzen.“ Beide meinen, es ging bis zur Kotzgrenze, obgleich das in der Praxis eher nicht passiere. „Aber wir müssen auch darüber hinausgehen“ (Patrick).

Anna dpaAnna: Kleine Startschwierigkeiten.
Foto: dpa
Der Hotspot der Spiele steht mitten im Olympic Park. Die Shorttrack-Arena für 12 000 Zuschauer brodelte auch am zweiten Tag des Festivals der Kurvenflitzer. Wenn im Staffelrennen ein Koreaner die Führung übernimmt, dröhnt und vibriert das Oval. Dann wäre selbst der Lärm von zehn Presslufthämmern nur ein sanftes Säuseln. Als Anna Seidel ihr Viertelfinale über 500 Meter bestritt, waren die Tribünen erst zur Hälfte gefüllt, dabei besaß jedes Quartett, das sich um den Aufstieg in die nächste Runde bemühte, Premiumklasse. Für die Dresdnerin aber lag dieses Ziel an diesem Tag außer Reichweite.

Vorolympisches InterviewJoel und Roxanne Dufter: Vorolympisches Interview in Erfurt.
Foto: DESGphoto/L.Hagen
Joel Dufter (22) gilt als Typ Marke „Hier geht was.“ Der junge Mann aus Inzell spielte Eishockey und verkraftete manche Bodychecks. Beim Short Track legte er sich ins Zeug. Und seine Karriere auf der langen Bahn verlief explosiv. Als Deutscher Meister 2016 und 2017 bezwang er Nico Ihle über 1000 m, erntete beim Weltcup in Heerenveen mit Platz 5 (in 1:08,87 Minuten) viel Respekt. Bundestrainer Van Veen pries den Shooting Star beim Medienseminar der DESG zu Saisonbeginn als große Hoffnung an. Der Joel würde das Ding schon rocken.

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