Anna und BibiAnna und BibiAnna Seidel und Bianca Walter im Shopping-Glück. Die beiden Shorttrackerinnen erhielten die offizielle Olympiabekleidung. Anna war - wie vor vier Jahren - einfach beeindruckt "wie viele Sachen wir in unseren Einkaufswagen schmeißen dürfen." Foto: DOSB

StartschussAuf die Plätze, fertig... los! Foto: DESG-PresseIn Erfurt trägt der Mann mit der Startpistole einen knallroten Anorak – auf Grün steht die Ampel aber für den letzten Weltcup vor den Olympischen Spielen. Prima Stimmung, viele Zuschauer, gutes Eis. Während nicht alle Nationen nach Thüringen gekommen sind (zum Beispiel Amerikaner und Japaner), stehen die Hoffnungsträger der DESG beim “Heimspiel” komplett am Start. Und erlebten einen gemischten Auftakt. Nico Ihle verlor schon auf den ersten Metern die Balance: Rang  17. Im Sprint nach 35,62 Sekunden. Während Judith Dannhauer “daheim” ein Top-Ten-Resultat über 500 m (Platz 7 in 38,56 Sekunden) erreichte und die Inzellerin Gabi Hirschbichler (Platz 10/38,95) ebenfalls sehr zufrieden sein konnte – denn beide liefen “Erfurt-Bestzeiten”.

Von den Stars fehlt nur der niederländische Ausnahmekönner Sven Kramer. Der Weltcup der Eisschnellläufer in Erfurt (19. bis 21. Januar) ist drei Wochen vor den Winterspielen auch für die neun Olympia-Qualifikanten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) um Rekord-Olympionikin Claudia Pechstein (Berlin) der letzte Formtest vor dem Höhepunkt.

Anna DDAnna Seidel: Motivierter Blick Richtung Olympia.
Foto: Tilo Wiedensohler/Camera4
“Eine Super-Veranstaltung, ein tolles Publikum”, zog DESG-Sportdirektor Robert Bartko sein Dresdner Shorttrack-Fazit. Und damit eine “würdige Verabschiedung” der für die Spiele qualifizierten Sportlerinnen Anna Seidel und Bibi Walter. “Anna hat mit einer Superleistung, mit der sie sich vor allem im Halbfinale keck durchgesetzt hat, Selbstvertrauen und Motivation getankt. Mit dem, was sie hier gezeigt hat, ist auch in Südkorea alles möglich” (Bartko). Im Finale über 1000 m holte die 19-jährige Dresdnerin die EM-Bronzemedaille, weil sie sich körperlich robust Platz verschaffte. “Hier läuft keine mehr nett”, ihre Erkenntnis. Coach Daniel Zetzsche nickte anerkennend: “Sie hat den Schalter in den Race-Modus umgelegt.” Noch ein Fingerzeig Richung Olympische Winterspiele.

Bibi und AnnaBibi und Anna legen sich mächtig ins Zeug. Foto: Tilo Wiedensohler/Camera4Der Sound der Ratschen mutierte zum Hit am zweiten Tag der Europameisterschaften. Eine gut gefüllte Halle und jede Menge Fans, die vor allem Dresdens Skater in die nächsten Runden hieven wollten. Das gelang nur teilweise, da das Duo Anna Seidel und Bianca Walter teilweise knapp scheiterte resp. stürzte und Christoph Schubert über die lange Distanz wie ein Löwe kämpfte, aber das (für die Olympia-Quali) notwendige Finale verfehlte. Dafür sorgte die Staffel für ein unerwartetes Happy End.

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