Melli OlySchiedsrichterin Melli dank Statistik bei Olympia. Foto: DESG-PresseDie ranghöchste deutsche Eisschnelllauf-Schiedsrichterin (neben Hubert Kamml/Inzell), Melanie Symalla, sitzt auch bei Olympia im Zentrum des Geschehens, in einem spartanischen Räumchen des Gangneung Oval. Allerdings als Sportexpertin der ISU. Sie versorgt den Stadionsprecher mit allen Infos zu den Athletinnen und Athleten – was Bestzeiten und Rekorde angeht.

Nico 500Nico - Und jetzt die 1000 m angepackt. Foto: Martin de JongAls die Schreiberlinge im gigantischen Gangneung Oval ihre Zeilen in die Rechner hämmerten, saß längst kein Zuschauer mehr auf den Tribünen – eine Stunde vorher hatte der Bär bei der schnellsten Eisschnelllauf-Entscheidung der Winterspiele gesteppt. Irgendwie eine bedrückende Stimmung, jetzt. Es gab keine Medaille zu vermelden, die ganz Deutschland Nico Ihle gegönnt hätte. Der Chemnitzer belegte beim Sieg des Saison-Dominators Havard Lorentzen (34,41 Sekunden) über 500 m Rang 8, nur gut zwei Zehntel von Bronze entfernt. Aber schon typisch, dass der starke Mann himself die miese Stimmung wegfegte. „Was soll’s? Ich lasse mich dadurch nicht aus dem Konzept bringen“, nahm der 32-Jährige sogleich die nächste Aufgabe ins Visier. Die 1000 Meter am Freitag.

Team PursuitTeam Pursuit - große Enttäuschung bei Roxanne Dufer, Gabriele Hirschbichler und Claudia Pechstein.
Foto: Martin de Jong
Es war eine Hoffnung und keine kleine. Aber es sollte im Team Pursuit der Damen nicht sein. Nur die sechstbeste Zeit (3:02,65 Minuten) und damit am Mittwoch im Rennen um Platz 5 und 6 – aber der Griff nach den Medaillen ist nicht mehr möglich. Roxanne Dufter nannte sich den „Risikofaktor“, nach der Krankheit war die Inzellerin „nicht in 100-prozentiger Form“. Aber danach sah es bis Runde 5 im „Battle“ gegen Kanada nicht aus. Team Germany führte, doch dann schwanden die Kräfte. Gabi Hirschbichler hatte einen guten Start hingelegt, hinterher sagte sie, ziemlich gefrustet: „Schade, aber wir wussten, wie schwer es hier wird. Alle drei haben gekämpft, leider reichte es nicht.“

Der StarterWo Stefan ist, da knallts.
Foto: DESG
Wenn’s knallt, geht‘s los. Für die Läufer. Während der Starter erstmals kurz Luft holen kann: „Yes, wieder ein Paar gut auf die Reise geschickt.“ Einer, der darin bereits ein Meister ist, erlebt in Korea seine olympische Premiere. Stefan Herrmann (46) vertritt die DESG an der Startlinie. Der ehemalige Eisschnellläufer ist mit Pistole statt mit Kufen ausgerüstet – und hat seine Sache bisher tadellos gemacht, über 3000 und 1000 m der Damen. Dafür gab es keine Meriten, sondern die nächste Challenge. Am 19. und 21. Februar darf er wieder scharf schießen, dh. die Pursuit Teams auf die Reise schicken – für die deutsche Vertretung eine ganz heiße Sache.

Judith 500 mJudith sagt lächelnd "tschüss Olympia". Foto: DESG-PresseAuf Wiedersehen, Olympia. Aber das war nochmals ein großer Genuss. Judith Dannhauer verabschiedete sich von der ganz großen Bühne mit Rang 16 über 500 m – ihre beste Platzierung im Sprint beim vierten Anlauf im Dunstkreis der Ringe. Beim Rennen konstatierte sie kleine Fehler, zum Beispiel beim etwas vorsichtigen Start, wo sie seit Sotschi ein keines Trauma mit sich herumträgt. Aber dann profitierte sie auch von der tollen Anfeuerung für ihre koreanische Gegnerin. „Und dass mir hinten die Puste ausgeht, kam nicht überraschend“, die Baby-Pause musste erst mal überwunden werden. „Und das war auch früher ja nicht meine Stärke.“

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