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slc_dpa_2011Patrick Beckert stürmt gen Podium.
Foto: dpa-picture alliance
Der junge Mann starrte auf die Anzeigentafel des Utah Olympic Oval – und staunte: 13:08,54 Minuten. Natürlich persönliche Bestzeit für Patrick Beckert (20), auch Deutscher Rekord über 10.000 m (einst: Tobias Schneider 13:16,36), den Teamkollege Marco Weber gerade erst auf 13:09,36 gedrückt hatte. „Jaaaa“, die Reaktion, „endlich konnte ich mein volles Potenzial abrufen“.
Summa summarum: Rang 4 in der A-Gruppe, nicht mehr weit vom Podium entfernt. Aber auch Weber und vorher Moritz Geisreiter (13:16,12) und Alexej Baumgärtner (13:20,96) sorgten am „Tag der Jugend“ (Bundestrainer Stephan Gneupel) für eine so nicht erwartete Renaissance der Marathon-Distanz. Frank Dittrich, einst einer der Schnellsten über 10.000 m, zeigte sich baff, outete sich aber dennoch als Verfechter einer künftigen Massenstartregel. „Das böte noch mehr Attraktivität.“

nochmal_aktionStephanie Beckert, 2. über 5000 m in Salt Lake CityFür DESG-Teamleader Helge Jasch war es „ein guter Tag“, beim vorletzten Saison-Weltcup in Salt Lake City. Das lag aber weniger an dem stahlblauen Himmel über der Olympiastadt von 2002 (+ 10 Grad) und dem superschnellen Eis – die Leistungen der deutschen Delegation sorgten für Vorfreude im Hinblick auf die WM. Über 5000 m ließ sich Stephanie Beckert in ganz starken 6:47,03 Minuten nur von Martina Sáblíková (6:42,66) übertrumpfen, die ihren Weltrekord um über zwei Sekunden verbesserte.

Angermueller_ActionOb Monique in Salt Lake City auch so schön jubelt?Salt Lake City, das Olympic Oval, hier wurde Geschichte geschrieben. Zum Beispiel bei den Winterspielen 2002 auf ultraschnellem Untergrund. „Das Eis hier ist wie ein Trampolin“, beschrieb Hollands Coach Gerard Kemkers die Bedingungen: acht der zehn Entscheidungen endeten mit Weltrekorden. Und Claudia Pechstein kehrte mit zwei Titeln (3000 m/ 5000 m) zurück, leider stand damals noch kein Team Pursuit auf dem Programm. Jetzt ist die Berlinerin zurück in Utah. Der Andrang der deutschen Presse in Erfurt war überwältigend, nun warten die internationalen Medien auf die Läuferin, deren Sperre beendet ist. Die Vorgabe: Sieg über 5000 m in der B-Gruppe, das wäre das Ticket zum Weltcupfinale zwei Wochen später in Heerenveen.

Calgary_002WM-Abschlussfeier in Calgary. Foto: Helge Jasch„Wir haben unsere gestellten Ziele erreicht“, zog Helge Jasch bei der Allround-WM das Fazit aus DESG-Sicht. „Medaillen über 3000 und 5000 m, Verbesserung der Zeiten im Time Ranking“ als Unterpfand für die WM in Inzell. Ein dreiköpfiges Sportler-Team, das die Abende auch nutzte, um die „Heimat“ mit Calgary-News zu versorgen. Robert Lehmann, männlicher Solist: „Hier sind die Strukturen zwischen Sport und Universität in einer unglaublich und angenehmen Art und Weise miteinander verbunden, dass man alles nur genießen kann. Auch Klima und Wetter waren wunderbar, die Sonne schien bei Temperaturen von knapp über null Grad.“

Lehmann_AktionRobert Lehmann - Solist bei der Allround-WM.Calgary besitzt das bekannt schnelle Eis – eine gute Plattform auch für die kleine Delegation der DESG bei der Allround-Weltmeisterschaft in Kanadas „wildem Westen“. Stephanie Beckert eroberte als Dritte das Treppchen nach dem 3000-m-Rennen in 4:00,77 Minuten, Doppelolympiasiegerin Martina Sáblíková (Tschechien) war allerdings nicht zu packen.

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