170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Beckert_strahlt2Im Ziel riss Stephanie Beckert die Arme in die Höhe. Die letzte von zwölfeinhalb Runden hatte sie in 32,7 Sekunden zurückgelegt, sprintete geradezu über die Zielgerade. Und sie schaffte es – blieb als einzige unter sieben Minuten über 5000 m (6:59,18 min).

Im bitter kalten Norwegen sind sie gelandet, die Eisschnellläufer der DESG. Und im Vikingskipet, der berühmten Halle der Olympischen Winterspiele von 1994, ist es deutlich angenehmer als draußen, wo das Thermometer nicht aus dem zweistelligen Minusbereich herauskommt. Den Sportlern wird es sowieso warm am Wochenende. Die Weltcuprennen über 1500 m sowie 5000 (Damen) bzw. 10.000 m (Herren) sowie im Team Pursuit stehen auf dem Programm. Das lässt sich sicherlich auch König Olof, bekennender Eislauf-Fan, nicht entgehen. Zumal die „Kufen-Wikinger“ in Heerenveen und Berlin überzeugten.

Siegerehrung_Damen2Der 21. Weltcup in Berlin ist Geschichte – und machte gleichzeitig Appetit auf die nächsten eiskalten Highlights. Siege für Jenny Wolf und die Goldmädels, markante Ausrufezeichen Marke Nico Ihle sorgten für ein Heimspiel mit Lorbeerkränzen. Und die Karawane zieht weiter. Die Mehrkämpfer Richtung Hamar/Norwegen, die Sprinter messen sich in Japan und China. Der nacholympische Winter ist in vollem Gange.


Kufenflitzer des Jahres

Kufenflitzer20102TysonHeung, 31, wollte seine Short-Track-Karriere eher beenden, doch die Olympics 2010 in seiner kanadischen Heimat waren ein zu großer Anreiz. In Vancouver holte Tyson als Fünfter über 500 m das Topresultat im Hexenkessel Pacific Coliseum. Dazu EM-Silber im Team Pursuit in Dresden und WM-Bronze. „Tyson ist Profi durch und durch“, schätzt Teamleader Matthias Kulik den „Holzfäller“, dessen Mutter aus Würzburg stammt. Heung lebt mit seiner Familie in Montréal, gibt Schülern als Mathe-Pauker etwas mit auf den Lebensweg.

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Kiebitzen bei den Besten. Frischgebackenen Olympiasiegern und Weltmeistern vis-à-vis… Das bietet der Weltcup in Berlin. Vom 19. bis 21. November versammelt sich die Elite zum zweiten Top-Event der neuen Saison (Startschuss eine Woche zuvor in Heerenveen). Das Sportforum in Hohenschönhausen und die schnelle 400-m-Bahn erweisen sich einmal mehr als Nabel des Eisschnelllaufens. Die Frage, was die „Goldkinder“ von Vancouver schon drauf haben, elektrisiert ebenso wie das internationale Gradmessen der DESG-Weltcup-Mannschaft. Nach dem Rücktritt von Anni Friesinger-Postma und Daniela Anschütz-Thoms, in Kanada im Team Pursuit auf dem höchsten Treppchen, beginnt der lange Anlauf Richtung Sotschi 2014. Chef-Bundestrainer Markus Eicher ordnete die Betreuer- und Athletenstruktur neu. Sein Sommer war wie ein Arbeitswinter, „aber ich bin zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

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