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Auf Wiedersehen in Mladá Boleslav. Foto: DESG-PresseDas war fast so tragisch wie der unglückliche vierte Platz für Robert Seifert über 500 m am Samstag: Paul Herrmann, motiviert und angriffslustig, kämpft im Finale über 1000 m gegen vier Rivalen, greift in der letzten Runde nach Bronze, doch ein über die Bahn flitzendes Klötzchen gerät unter seine Kufe. „Ich musste den Fuß anheben, der Schwung war weg und der Russe überholte mich.“ That’s Shorttrack... Platz 4 für den Dresdner auf der mittleren Distanz, macht acht EM-Punkte und Rang 9 in der Gesamtwertung. Für die Teilnahme am Superfinale über 3000 m (der Top 8) langte das nur beinahe, ebenso wie der 10. Platz von Robert Seifert.
Fast ein Abziehbild bei den Damen: Christin Priebst und Bianca Walter agierten offensiv, tankten sich ins 1000-m-Halbfinale, dann reichte es als jeweils Dritte nicht für den Endlauf. Macht in der EM-Gesamtwertung die Plätze 11 (Bianca) und 13 (Christin). Insgesamt gute Resultate, doch der Aha-Effekt blieb leider aus. Kein Superfinale für Germany, das bedeutet: auch bei der EM 2013 in Malmö stehen nur je zwei Einzelstartplätze zur Verfügung. Neue Mehrkampf-Europameisterin: Arianna Fontana, die auch das Superfinale über 3000 m gewann, vor der Niederländerin Jorien ter Mors sowie ihrer italienischen Kollegen Martina Valcepina. Die Männer-Entscheidung nach Punkten fiel zugunsten der Holländer Sjinkie Knegt und Niels Kerstholt vor Titelverteidiger Thibaut Fauconnet (Frankreich). Die Staffeln sorgten einmal mehr fürs Prickeln. Was für ein Lauf der DESG-Frauen. Im Pulk mit den favorisierten Italienerinnen, Niederländerinnen und Ungarinnen ging es in die heiße Phase. „Ungarn war platt“, sollte Bianca Walter später resümieren. Und als Deutschland auf Angriff ging, der Fehler: Christin Priebst, zuvor die sichere Bank in Person, kommt ausgangs der Kurve beim Wechsel aus der Spur, stürzt, und ohne die notwendige Schubhilfe hat Elisa Lenke keine Chance, den Eilzug zu erreichen und den Bronzerang zu halten. Tränen der Enttäuschung bei Christin, doch wenige Minuten später strahlte sie wieder. Den Männern blieb Platz 3 das „kleine Happyend“ der EM vorbehalten, bei der Germany nicht gerade das Glück gepachtet hatte. Bundestrainer Mike Kooreman war dennoch halbwegs versöhnt, sieht seine Jungs und Mädels „auf einem guten Weg zu den zwei letzten Weltcups dieses Winters und der WM im März“. Dass die Briten disqualifiziert wurden, „weil ich aus dem Weg geschoben wurde“ (Robert Becker), war für die Team-Pursuit-Männer aber ein eher kleiner Trost. „Silber war drin“, so Paul Herrmann. „Baby-Medaillen“, blickte Robert Seifert auf die tatsächlich nicht gerade schweren Bronze-Plaketten. Aber glänzen tun die auch. Während sich auch der Presseraum des Zimní Eisstadions leerte. Dort zogen die ARD-Fernsehmacher ihr Fazit: „Sehr zufrieden“, fasste Marita Schröter, die verantwortliche Redakteurin, zusammen. 1,55 Millionen sahen die über 40-minütige Sendung am Vortag. Und eigentlich hätten die am Sonntag live über den Sender gehen sollen. Die Damen gleich nach ihrem Finallauf vor die Kameras treten, die Männer, wenn möglich, sogar unmittelbar nach ihrem Zieldurchgang an der Bande gegenüber Moderatorin Franziska Schenk Statements abgeben. Doch dann diktierte der Wintersport-TV-Plan eine Vorverlegung um eine halbe Stunde. Die DESG-Sportler trugen dennoch mit guten Leistungen ihren Teil für eine gute Öffentlichkeitsarbeit bei. Und schon am geht es mit dem Flieger nach Moskau zum nächsten Weltcup. Da blieb nur: Dekuji (sprich: „deki“), Danke. Und nashledanou, auf Wiedersehen in Mladá Boleslav!
Ergebnisse
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