„Holiday on Ice“

Dordrecht_DiskoDordrecht:Disko-Stimmung on Ice.
Foto: DESG-Presse
„Spektakel“ lautet das meistzitierte Wort im beeindruckenden „Sportboulevard“ von Dordrecht/Zuid-Holland, wo die Short Tracker ihr Weltcupfinale zelebrieren. Bundestrainer Mike Kooreman benutzt es: „Das Spektakel passt einfach zu unserem  Sport. Und so wie es hier mit Musik, Licht und Technik präsentiert wird, kommt das bei den Fans bestens an.“

An Tag I rockten die Zuschauer auf den Tribünen, der DJ hielt mit seiner Musik keinen auf den Sitzen, Go-Go-Girls gaben den Rhythmus vor. „Ja, das ist mit Dresden vergleichbar“, strahlten Bianca Walter und Elisa Lenke. Bei der Eröffnungsfeier sorgten Tausende ganz in orange gekleidete Schüler für ohrenbetäubenden Lärm. Dann verwandelten die Strahler die Eisfläche in eine farbige Arena. Ein bisschen wie Disco – spektakulär.
Dabei wirkt der neue Sportpalast außerhalb der Stadt an der Maas von außen  nüchtern – aber wenn am Sonntag auch der letzte Platz besetzt ist, darf man sich auf ein bärenstarkes Finale der Weltcupsaison freuen. Short Track, in den Niederlanden natürlich im Schatten der langen Bahnen, erlebt „einen ersten Kick“ wie es die deutsch-holländische Journalistin Christiana Mansfeld einschätzt.Über 500 und 1000 Meter in der nächsten Runde, setzte Bianca Walter ein weiteres Ausrufezeichen in diesem Winter. Robert Seifert entwickelte dank repariertem Kufen-Material mehr Vmax. Über 5000 m qualifizierte sich das Team in einem taktisch sauberen Lauf für das Semifinale, beeindruckend, wie zum Beispiel Robert Becker manche heikle Situation bereinigte.  Coach Kooreman nickte anerkennend, noch existiert eine (kleine) Chance auf die WM-Teilnahme: Platz 8 in der Gesamtwertung ist das Maß der Dinge.
Dennoch darf ein Blick über das Hallendach hinaus nicht fehlen. „Nederland schaatst“, meldete der vielgelesene Telegraaf in seiner Wochenendausgabe. Unter blauem Himmel, bei Minusgraden, steht fast die ganze Nation auf dem Eis. Ameisengleich reihen sich die Kufenfreaks auf Grachten und Poldern ein. Sage und schreibe 51 Natureis-Termine locken die Fans ins Freie. Bis zu 120 Kilometer die Distanzen, allein rund um Dordrecht lockt ein Dutzend Veranstaltungen. Insgesamt erwarten die Organisatoren eine Million Hobby-Sportler mit Zipfelmützen und roten Nasen.
Übrigens: wer Holiday on Ice einmal erlebt hat, muss sich über die Dominanz der Oranjes bei EM oder WM nicht mehr wundern. Das Königreich der Niederlande ist und bleibt die Heimat des Eisschnelllaufens. Die Short Tracker sind mittendrin, das ist in diesen Tagen mehr als spektakulär.

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