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Robert Seifert, zielgerichtet. Foto: Matthias RietschelDie Fragen zu Saisonbeginn sind oft identisch. „Was ist neu?“, meistens tun sich die Protagonisten dann schwer, weil Kontinuität zu den Sportregeln gehört. Robert Seifert, dessen 4. WM-Platz über 500 m die deutsche Shorttrack-Spezies endgültig aus dem Schattendasein förmlich katapultierte, tut sich leichter. Offensichtlich: die neue Homepage (http://www.robertseifert.de/), für die der Sprinter seit März zig Stunden aufwendete. Die übersichtlich und strukturiert wirkt – und in diesem Winter noch weit mehr User interessieren dürfte. Nr. 2. Das blitzsaubere Schuhwerk. „Die Alten waren zuletzt ein echtes Problem, weil sie instabil geworden waren.“ Und den stattlichen Sportler aus Dresden spricht man – seit einem sechswöchigen Lehrgang in Sonthofen – in Bundeswehrkreisen nun mit „Herr Stabsunteroffizier“ an.
Ob die Veränderungen unmittelbare Auswirkungen auf die Eis-Performance haben, kann man am Wochenende beäugen. Die ST-Titelkämpfe in München (Samstag ab 13 Uhr, Sonntag ab 10 Uhr) sind früher Auftakt und Weltcup-Qualifikation in einem Aufwasch. Robert Seifert sagt, alle seien gut in Form (auch er, obwohl er seit einiger Zeit an einer Adduktorenreizung leidet, die das Training beeinträchtigt und vor dem Saisonauftakt nochmals medizinische Checks erfordert). Und vor allem heiß, „dass es los geht.“ In der vergangenen Saison lockten die Kufenflitzer häufiger denn je auch TV-Kameras und Medienvertreter an. Weil die „wilden“ Boys& Girls der Weltklasse dicht auf den Fersen sind. „Jetzt peile ich Weltcup-Medaillen an und glaube das Niveau zu besitzen, auch Weltcups gewinnen zu können“, sagt Seifert (24). Also los! Nach München geht es zum ersten Wettkampf-Block über den großen Teich. Die Saison hält mit dem Heim-Weltcup in Dresden ein Zuckerl bereit, die Vorbereitung von Coach Mike Kooreman aber zielt auf Sotschi 2014. „Ihm gebührt ein enormer Anteil an unserem Erfolg. Mit Ausnahme von zwei Wochen USA (Anm.: parallel zu einer Trainingspause) war er immer bei uns.“ Der Amerikaner, selbst erst 33, hat die Psyche der DESG-Cracks gestärkt – und bringt jetzt seine körperlich-taktischen Verbesserungen individuell an den Mann/die Frau. Mit Robert Seifert feilt er an den letzten Schlittschuhschritten vor dem 500-m-Zielstrich, wenn bei dem Dresdner der Laktatpegel steil ansteigt, manchmal der letzte Punch fehlte. „Viele Holzmedaillen waren vielleicht ein Wermutstropfen, trotzdem liegt meine bisher beste Saison hinter mir“, weiß der kräftige Mann mit dem kleinen vierbeinigen Begleiter (Mops). Konsequent wurde das Ergometer-Pensum erhöht. Fast täglich trat er in die Pedale, absolvierte Intervalle auf hohem Niveau. Die Sache mit den Schuhen hatte sich durch die gesamte letzte Saison gezogen aber seit sechs Wochen stecken Roberts Füße in neuem Leder. Das funktionierte so: der Techniker einer amerikanischen Firma fertigte aus den Abdrücken erst Gips-, dann Rohversionen, modellierte den Schuh dann außenherum und schickte das maßgefertigte Unikat nach Sachsen. Jetzt passt alles wie angegossen – die Basis für den letzten entscheidenden step vor dem Zielstrich. Das Eis ist heiß, auch wenn das Münchner Oktoberfest den Meisterschaften in Sachen Resonanz knapp die Show stehlen dürfte. Eine Maß könnte man aber dennoch auf die deutsche ST-Fraktion erheben.
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