Claudia_TreppchenSilber für Claudia Pechstein.
Foto: picture-alliance/dpa
Am 22. Februar feiert Claudia Pechstein ihren 40. Geburtstag. Dann liegt die Allround-WM von Moskau, für die sich die Berlinerin jetzt in Budapest mit EM-Silber in Position brachte, erst drei Tage hinter ihr. Die fünfmalige Olympiasiegerin schreibt weiterhin Eisschnelllauf-Geschichte. Nach den 1500 Metern auf Platz 4 abgerutscht, katapultierte sie sich über die abschließenden 5000 Meter auf Rang 2 in der Gesamtwertung der Europameisterschaft. Vorbei an ihrer niederländischen Rivalin Ireen Wüst und 28 (!) Sekunden schneller als die zunächst drittplatzierte Russin Skokova Chapeau, Claudia! Nur die laufbeste Tschechin Martina Sáblíková blieb einmal mehr unantastbar.

Die 5000 Meter gelten als Paradestrecke von Claudia Pechstein. Sie vermag ihre Kräfte optimal einzuteilen, auf dem schwer zu beherrschenden Eis bei steigenden Temperaturen im Budapester Stadtpark ein unschätzbarer Bonus. Im letzten Duell gegen die ehemalige Trainingskollegin Sáblíková konnte sich Claudia an der Zeit von Ireen Wüst orientieren. 7,66 Sekunden galt es zu egalisieren, vier Sekunden waren flott aufgeholt – dann stockte die Aufholjagd. Aber auf den letzten beiden Runden drehte sich der Spieß. „Jeder hat es hier schwer gehabt: der Gegenwind auf der Wechselgeraden, das weiche Eis, doch Claudia hat Silber wirklich verdient, so wie auch Martina einfach besser war“, analysierte Teamleader Helge Jasch. Dass mit Isabell Ost die zweite deutsche Starterin noch die Top Ten erreichte, hätten die Mitglieder der DESG-Delegation fast Csardas tanzen lassen. Damit sind zwei Plätze für die WM in Moskau (18./19. Februar) unter Dach und Fach. Aber: für den Wermutstropfen sorgte die Herren-Konkurrenz: Patrick Beckert und Moritz Geisreiter verpassten über 1500 Meter die Teilnahme am finalen 10.000-m-Rennen unter Flutlicht. Im Fall des Erfurters denkbar knapp: ein Platz fehlte zum Schlussgang, den der Pole Brodka über die sogenannte 3-Streckenwertung für sich in Anspruch nehmen durfte. Dennoch: Rang 14 sicherte einen WM-Startplatz bei den Herren.
Diskussionen über Outdoor-Weekends erhielten an der Donau nun neue Nahrung. Bescheidene Rundenzeiten von 38 Sekunden „werden sonst im Ausdauertraining absolviert“ (Jasch). Auch am letzten Tag setzten Böen den Athleten zu. Und entwickelten sich beim abendlichen Fest-Bankett des Veranstalters zum windigen Dauerthema.

Ergebnisse