TeamFast wie zuhause: Gespräche am "Küchen"-Tisch. Foto: DESG-PresseLängst ist es ein nettes Zuhause, die Unterkünfte der deutschen Eisschnellläufer und Shorttracker im Athleten Village. Die Wohngemeinschaften sind mit allerlei Gegenständen von Zuhause geschmückt – gemeinsame Wohnzimmer mit Sofa-Ecke und Flachbildschirm lassen ohnehin zusammenrücken. Auch notwendig für die lange Zeit von über drei Wochen in den schmalen Hochhäusern am Stadtrand von Gangneung. Sehen aus wie Zahnstocher, identisch geriet das Mediendorf, ein Steinwurf entfernt.

DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen war zu Gast bei ihrem Team Germany. Sie, die schon mehrere Olympische Dörfer kennenlernte, findet Einrichtung und Angebot absolut passend. Auch die Main Dining Hall, aufgeteilt in Spezialitätenbereiche aus Asien, Europa, Amerika, lässt wenig Wünsche offen. Die DESG-Sportler nehmen meistens am gleichen Tischblock Platz. Wer Internationalität sucht, kann bei Kanadiern oder Italienern sitzen, aber auch der eigene Team Spirit macht stark. Die haben noch etwas vor, die Kufenflitzer aus Deutschland, das ist der Eindruck. Und es stehen zahlreiche wichtige Wettkämpfe bevor.

An Geburtstagen gibt es kleine olympische Geschenke. Für jeden Athleten erstellen Sportdirektor Robert Bartko und die Trainer ein tägliches individuelles Programm. Mit exakten Zeiten für Frühstück, Abfahrt zum Training, Eiszeiten, Mittagessen, Radeinheiten, Wettkampf, Abendverpflegung. Normalerweise werden die Aktiven mit den Shuttle-Bussen des Veranstalters transportiert, als hilfreich erwiesen sich die Siebensitzer, die beim DOSB zur größeren Flexibilität bestellt wurden.

Die Teamleitung hatte Fokussierung auf die Wettkämpfe zur Maxime erhoben. Wer bei den Olympischen Spielen antritt, muss am Tag X sein maximales Leistungsniveau abrufen. Zeitintensive Ablenkungen (u.a. Städtetouren o.ä.) wären kontraproduktiv. Professionelles Verhalten ist die Basis, um Erfolge zu erringen. Das sieht der DOSB ähnlich, allerdings liege die Entscheidung bei den Teilmannschaftsleitern. Auch Top-Cracks wie Olympiasieger Eric Frenzel (Nordische Kombination) oder die erfolgreichen Rodler verneinten Ausflüge zu anderen Events vor ihren Einsätzen – um ihre Medaillenchancen nicht zu gefährden.

Sind die Wettkämpfe vorbei, endet diese Vorgabe: dann beginnt das Eintauchen in die olympische Familie. Judith Dannhauer, für die ihre vierten Spiele mit dem Start über 500 m am Sonntag enden – und auf die zuhause in Erfurt ihr anderthalbjähriger Sohn Arthur wartet, sagt: „Natürlich bleiben wir alle da.“