DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen zog das Fazit der Deutschen Meisterschaften in Inzell am Mikrofon des Bayerischen Rundfunks. „In einer Umbruchphase konnten wir hier die ersten Früchte ernten.“ Auf den Punkt gebracht: denn beim ersten Saison-Highlight summierten sich die persönlichen Bestzeiten. Und mehr Aktive als erwartet knackten die Zeitvorgabe der DESG. Ein Fingerzeig für den Weltcup, der Mitte des Monats in Obihiro/Japan beginnt und vom deutschen Verband nun mit einer relativ großen Mannschaft wahrgenommen wird. Go East.

Feiern durften sich zahlreiche Mehrfach-Sieger auf dem bekannt schnellen Eis der Max-Aicher-Arena. Zum Beispiel Gabi Hirschbichler, die „dahoam“ die Titel über 500 m, 1000 m und 1500 m abräumte. Und dies nach Problemen mit der Hüfte im Vorfeld. Aber die 34-Jährige kann „beißen“ und freut sich jetzt auf die internationalen Duelle in Asien. Im 1000-m-Rennen konnte sich Michelle Uhrig als Zweite und mit guter Zeit noch für den Weltcup empfehlen. Claudia Pechstein zwickte vor den Titelrennen der Rücken, nach einer OP hatte sie nur wenig trainieren können. Zeigte aber im Chiemgau bekannte Willensstärke. Auf beiden langen Strecken setzte sie die Marken – und ließ sich auch den Massenstart beim DM-Showdown nicht nehmen. Stefanie Beckert unterbot bei ihrem Comeback über 3000 Meter die Norm, belegte zweimal den Silberrang. Bente Pflug meldete sich nach langer Pause zurück, konnte aber nach ganz vorne (noch) nichts ausrichten. Roxanne Dufter erfüllte mit Silber über 1500 m die Erwartungen.

Auch bei den Herren lief es gut für die bayerische Phalanx. Joel Dufter (23) hatte sich im Sprint ein totes Rennen mit Nico Ihle geliefert. Beide waren mit ihrer Zeit von 35,18 Sekunden zufrieden – und setzten auch über 1000 m ihre Fehde fort. Das sorgte wieder für Staunen in der Arena, bis Nico in der vorletzten Kurve die Bahn verließ. Disqualifikation, während der Inzeller mit 1:08,47 seine Flachland-Bestmarke aufstellte. Im Sog zogen sich Hendrik Dombek (21) und Jeremias Marx (21) heran. Optionen für die Zukunft.

Und noch ein Meister vieler Klassen ließ sich in Inzell drei Meisterplaketten umhängen. Patrick Beckert dominierte die 1500 m, 5 und 10 km. „Ich bin im Plan, die Form stimmt“, so die Aussage des Erfurters, der sich auf die Vergleiche auf der großen Bühne freut. Bei den nationalen Meisterschaften nahm er einen neuen Herausforderer wahr. Felix Maly (24), bislang immer knapp an den Normen gescheitert, holte auf den langen Kanten zweimal Silber und erfüllte die Vorgabe, verbesserte seine Bestleitung deutlich. Und das nach einer schwierigen Phase. Die (erfolgreiche) Abschlussprüfung als Polizeimeister aber setzte Kräfte frei.

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