Calgary bat zum ersten Shorttrack-Weltcup des Winters – und das kleine Team der DESG kam bis ins Finale. Das gilt zumindest für Anna Seidel. Über 1500 m kämpfte sich die Drednerin Runde für Runde nach vorne – und stand mit sechs Konkurrentinnen im Endlauf. Platz 6, ein wirklich gutes Ergebnis beim Auftakt in Kanada. Daniel Zetzsche, der die deutschen Kurvenflitzer betreute: „Sie hat genau die Dinge umgesetzt, die in der Trainingsphase wie den Vorbereitungswettkämpfen Bestandteile waren. Dh. Rennen von der Spitze zu laufen, selbst das Tempo zu bestimmen. Im Finale passierten zwei kleine Kollisionen – und der Tank war etwas leer. Da gilt es, körperlich robuster im Rennen zu werden.“

Auf der Sprintstrecke stellte die 20-Jährige einen deutschen Rekord auf (43,199 Sekunden) – dennoch schied Anna vorzeitig aus. „Der Start war das Manko, das zum Erreichen des Finals fehlte“, so Zetzsche, der von seiner Vorzeigeläuferin dennoch Top-Resultate in dieser Saison erwartet „Sie kann im Moment regelmäßig in die Top Ten laufen.“ Fortsetzung am Wochenende bei Weltcup No 2 in Salt Lake City – auf der noch schnelleren Bahn im Utah Olympic Oval.

Christoph Schubert verließ das Olympic Oval in Calgary mit einer persönlichen Bestzeit über 500 Meter, kam über die Hoffnungsläufe aber nicht hinaus. „Dennoch ist er näher an die Spitze herangerückt. Und das macht für den nächsten Wettkampf und die danach anstehende Trainingsphase Mut“ (Zetzsche). Adrian Lüdtke erfuhr in Alberta seine Weltcup-Taufe. Ein Debüt zum Herantasten, Ausprobieren, Mitlaufen, Gegenhalten. „Ansätze“ sah Zetzsche auf der langen Distanz. „Aber auch viele kleine Fehler, die dann in der Summe ein besseres Resultat verhinderten“, so der Coach. Über 500 m konnte der Skater vom ESV Turbine Rostock, der sich die Teilnahme durch eine erfolgreich geknackte Quali-Norm erkämpft hatte, zwei „Feindberührungen“ nicht verhindern. „Adrian hat hier auch gesehen, wo er steht und welchen Weg er noch gehen muss…“ Gerade 20 Lenze geworden, entwickelt sich Lüdtke immer mehr zum Spitzenmann, so die „Norddeutschen Neuesten Nachrichten“.