Das Podium um zwei Hundertstelsekunden verpasst, mehrere Top-Ten-Resultate: die deutsche Eisschnelllauf-Delegation erlebte beim Weltup-Start in Japan deutlich mehr positive Momente als erwartet. Bei den Winterspielen klar an den Medaillen vorbeigelaufen, nahmen die DESG-Sportler, allen voran die Jungs, deutlich Kontakt zur Weltspitze auf, die in der stets bestens besuchten Hokkaido-Halle mehr als prominent vertreten war.

“Schade, aber es war ein starker Saison-Einstieg, so schnell zu laufen ist top”, kommentierte Patrick Beckert seinen 4. Rang über 5000 m, übrigens vom Niederländer Patrick Roest dominiert, den der Thüringer schon vorher explizit auf der Rechnung hatte. Beckerts Zeit: starke 6:18,14 Minuten, die Heimarbeit, zusammen mit Bruder Pedro, trägt Früchte. Der 28-Jährige duellierte sich in einem sehenswerten Duell mit Oranje-Youngster Bosker, das macht Appetit auf mehr Langstrecken-Exploits.

Die Sprinter legten Extraschichten auf dem schwer zu laufenden Eis ein. Entsprechend fehlten beim finalen Team Sprint (in Inzell 2019 auf dem WM-Programm) die letzten Körner: Platz 7 beim zweiten Weltupsieg der Schaatser-Nation Holland in Asien. Vorher hatte Debütant Hendrik Dombek im ersten 500-m-Rennen eine neue persönliche Bestmarke (35,92) aufgestellt. “Er bestätigte hier seine Inzell-Zeiten”, konstatiert Coach Daan Rottier die Fortschritte des Münchners, der auch im Team couragiert antrat. Bei Joel Dufter zeigt die Formkurve konstant nach oben. Sechster über 1000 m, sein zweitbestes Weltcup-Ergebnis überhaupt. Einen Tick schneller als Nico Ihle (8.), der sich vorher als Fünfter im ersten 500-m-Race mit 35,049 Sekunden zurückmeldete. Dass der bei Olympia nicht startberechtige Russe Pavel Kulizhnikov zweimal Gold (jeweils mit Bahnrekord) holte, ist ein Thema, das nicht nur bei ARD-Reporter Ralf Scholt Unverständnis auslöste.

Claudia Pechstein hatte aufgrund ihrer Rückenprobleme auf den Team Pursuit verzichtet, mehr als respektabel aber Rang 6 im Massenstart. Über die 3000 m wollte die 46-Jährige tiefe 32-er-Runden laufen, was nicht ganz gelang: und schon wird man trotz guter Performance (4:09,52 Minuten) bis auf Rang 12 durchgereicht. Gabi Hirschbichler und Roxanne Dufter verteidigten die Zugehörigkeit zur A-Gruppe über 1500 Meter. Und das Betreuer-Trio Daan Rottier, Danny Leger und Helge Jasch arbeitete Hand in Hand. “Ich lerne die Sportler besser kennen” – und die Athleten profitierten von der Art des jungen niederländischen Coachs, der seine Weltcup-Feuertaufe erlebte. “Natürlich muss ich noch lernen, aber wir haben uns hier gut verstanden.” Sodass man am Montagmittag zusammen im Shuttle-Bus zum nächsten Japan-Stopp aufbrechen kann.