PK Inzell 2Pressekonferenz anlässlich der WM. Joel und Roxanne Dufter, Nico Ihle und Patrick Beckert stehen Rede und Antwort.
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Von einer Medaille war nicht die Rede, bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der WM in Inzell. Aber DESG-Coach Daan Rottier sprach von „einer Überraschung“, die bei einem Heimspiel durchaus im Bereich des Möglichen sei. Und die Protagonisten präsentierten sich ebenso zuversichtlich. Team GER, bei Olympia 2018 ohne Podestplatz geblieben, ist nah zusammengerückt. Das Ergebnis einer Vorbereitung unter zahlreichen neuen Vorzeichen.

Nico Ihle blickt besonders fokussiert auf den Team-Sprint, die neue WM-Disziplin, die in letzter Minute gleichzeitig eine Umbesetzung erfuhr. Bruder Denny rückt an die Stelle des mit gesundheitlichen Problemen laborierenden Hendrik Dombek. Die „Brothers“, zusammen mit Joel Dufter, sind schon am Donnerstag im Einsatz. „Auf diesen Tag haben wir jahrelang hingearbeitet – und sind super motiviert.“ Als das schnelle Team-Event noch eine Randdisziplin war, setzte sich gerade die deutschen Sprinter für mehr Aufmerksamkeit ein. Jetzt erlebt der Wettbewerb, auch durch diese „Förderung“ (Nico Ihle), seine Premiere.

Joel Dufter erläuterte die Besonderheiten der 400-m-Bahn in der Max-Aicher-Arena. „Die Kurve macht hintenraus immer mehr zu.“ Aber den engen Radius kennen die DESG-Sportler, erst recht die Inzeller, bestens. Das hohe Tempo wird zum Markenzeichen der kommenden Eis-Tage. Vizepräsident Hubert Graf kann sich deshalb einen Bahnrekord vorstellen. „Denn nie stehen so viele Athleten in Topform am Start.“

Bei Patrick Beckert kommt es auf die Ausdauer an, wenn mit den 5000 m sein erster Einsatz bevorsteht. Er hatte die Eisbahn in der Vorbereitung bewusst gemieden, trainierte auf Rolle und Laufband. Das soll sich auszahlen, auch der Thüringer ist für „eine Überraschung“ gut. Roxanne Dufter setzte ebenfalls mehr Akzente auf den längeren Distanzen. „Ich bin nun mal nicht die Sprintrakete.“ Also nahm sie die 1000 Meter aus dem Programm, freut sich nun auf jeden Start „dahoam“. Auch wenn sie Podiums-Ambitionen zum Beispiel im Team Pursuit

gänzlich verneint. Zuletzt in Hamar in die Top Twelve (über 1500 m) gelaufen zu sein, aber war gut für die Moral.

Das letzte Wort vor den Medienvertretern gehörte einem der Macher dieser WM. Hubert Graf: „Inzell präsentiert sich als Wintersportort par excellence.“ Zog sich seine rote Jacke an – und wiederholte das Statement draußen zwischen den unglaublichen Schneemassen rund die Eishalle vor den ARD-Kameras. Aber alle Wege zu und von der Arena sind normal passierbar. Die Titelkämpfe können beginnen.