Trainerstory 2 bearbKrafttraining in Heerenveen. Foto: Hendrik DombekGegenseitige Anerkennung sieht so aus: DESG-Coach Erik Bouwman sagt über seinen Kollegen Danny Leger: „Er bringt immer 100 Prozent Leidenschaft, Begeisterung und Energie mit.“ Der so Gelobte reicht die Blumen zurück: „Durch Erik lernte ich Athleten ganz neu einzuschätzen. Er kennt sich aus.“ So präsentierte sich das neue DESG-Duo beim ersten Sommereis-Training in Heerenveen. Der Niederländer, bisher Junioren-Bundestrainer, betreut die Gruppe der Langstreckler, Leger schart neun Jungs und eine Dame der Abteilung Mittel- und Kurzstrecke um sich. Und nach jeder Maßnahme, ob auf dem Thialf-Eis oder bei Kraft- und Radtraining, tauscht man sich intensiv aus.

Während Sven Kramer an unserem Tisch vorbeiläuft, erläutern die beiden Trainer ihre Philosophie, um das deutsche Eisschnelllaufen nach vorne zu bringen. Sie tun es oft unisono, Erik & Danny funken auf einer Wellenlänge. Die bei den Skatern ankommt, aber auch die Stützpunkte erreichen soll. „Auch dort muss man den Prozess mitgehen.“ Die Trennung in zwei Bereiche ist der planmäßige Zwischenschritt vor dem „Idealfall Nationalteam“. Bis 2022 soll dieses System vollendet sein, um 2026 sportlich wieder auf einem anderen, höheren, Niveau anzukommen. Diese strukturelle Veränderung soll der Beginn einer positiven Entwicklung sein.

Beispiel: „Leader“ Nico Ihle gehört zur Trainingsgruppe. Zusammen mit Sprint-Partner Joel Dufter erwartet Leger den „letzten Schritt ran an die Medaillen.“ Dazu nutzt man kurzfristige Liaisons mit internationalen Cracks, die auch in Heerenveen gleichzeitig auf dem Eis standen. „Drei, vier Sportler dahinter“ sollen das Duo immer häufiger „kitzeln“ plant Danny Leger. Und rechnet zum Beispiel mit Hendrik Dombek, Jeremias Marx und Max Reder. Die Dame zwischen den Kufen-Boys, Lea-Sophie Scholz, bringt sich durch athletische Verbesserungen nach und nach in die Spur.

Erik Bouwman weiß seinerseits, dass die Entwicklung sowohl der Sprint- als auch der wenigen Langstreckler-Talente in der Öffentlichkeit erst peu á peu registriert wird. Gleichzeitig wirbt er für eine faire Begleitung der aktuellen Fortschritte der Aktiven mit u.a. Junioren-Weltmeister Lukas Mann, Paul Galczinky (nach Verletzung wieder im Neuaufbau), Roxanne Dufter, Michelle Uhrig und Manuel Gras (zuletzt Bandscheibenvorfall-OP). Der Niederländer hofft, dass alle Athleten gesund in die neue Saison starten können – und aus „seinem“ ehemaligen Juniorenbereich schon bald weitere Talente mit viel Potenzial hinzukommen. Mit Topläufer Patrick Beckert tauscht er sich regelmäßig aus.

Das Fazit von Heerenveen: Erik & Danny, ein Duo mit Gemeinsamkeiten und Ideen, die dem deutschen Eisschnelllaufen guttun.