Helge_arbeitetTeamleader Helge Jasch analysiert. Foto: DESG-PresseEr kam nach den 1000 Metern, frisch geduscht, aber noch „ziemlich platt“, im   Laufschritt zur letzten Interviewrunde. Nico Ihle betreibt auch forsche Öffentlichkeitsarbeit und durfte sich, angekommen in der Weltelite, durchaus feiern lassen.

Platz 9 (1:10,37 Minuten) über die längere Distanz. Eine Bestätigung der guten Saison-Resultate, die für den zweiten Tag viele Optionen ermöglichen. Samuel Schwarz, der Aufsteiger der ersten Weltcup-Hälfte, war noch nicht fit in Heerenveen angekommen. Die Auswirkungen einer Magen-Darm-Erkrankung wurden bei einem knallharten Wettkampf wie der Sprint-WM deutlich. „Man hofft immer, dass es dann doch geht, muss den Tatsachen aber klar in die Augen schauen“, beurteilte Bundestrainer Thomas Schubert den unter diesen Umständen erklärbaren 25. Platz in 1:11,56 Minuten. Nico-Bruder Denny Ihle verfehlte seine eigene Bestmarke von 1:12,67 nur um die Winzigkeit einer Zehntel. Ein weiteres Indiz für die Leistungssteigerung des Chemnitzers.
Während die einheimischen Fans die Halle gar nicht mehr verlassen wollten. Sie feierten ihren Landsmann Stefan Groothuis als Gewinner der 1000 m und Gesamtersten über Gebühr, der Thialf-Orkan sorgte für einen neuen Phon-Rekord. Und verebbte auch nicht, als die zurück getretenen Größen um Marianne Timmer im Casual-Dress ihre Abschiedsrunde gaben. Hollands Zuschauer: eine einzige Eisschnelllauf-Gemeinde, die ihre Helden verehrt. Beispielhaft.

Halbzeitgespräche in Wolvega

Halbzeit bei der Sprint-WM. Im Fußball würden nun Kabinengespräche beginnen. Mit Video-Analysen und neuen Motivationen. Gut, dass die Eisschnellläufer bei der Vierkampf-WM einmal ausschlafen können. Die DESG-Athleten profitieren von einer stattlichen Bleibe im einem Nachbarort Heerenveens: gemütliche Zimmer, ein Fitnessraum, gute Küche, auch ein Platz am Kamin, um die Seele kurz baumeln zu lassen.
Jenny Wolf übernachtet auf dem Silberplatz – und darf von einer Podiums-Platzierung hoffen. Mitgereist ist ihr frischgebackener Ehemann Oliver Lotze. „Er kann mir beim Rennen natürlich nicht helfen, aber es bedeutet mir sehr viel, dass er hier sein kann. Das entspannt.“ Die Chancen, die in Höchstform angetretene  Kanadierin Christine Nesbitt  noch zu gefährden, sind minimal, aber vor allem über „ihre“ 500 Meter will die Olympia-Zweite von Vancouver nochmals attackieren, eine bessere Zeit anstreben als in Lauf 1. Und das Hauptziel bleibt die Sprint-WM-Entscheidung im März. „Ich habe genügend  Routine und Grundlagen, damit dort nichts schiefgeht.“
Judith Hesse auf Position 11 besitzt in Thialf durchaus Möglichkeiten auf eine „einstellige“ Rangfolge. Und bei den Herren erwartet Teamleader Helge Jasch, dass Nico Ihle sogar „noch den einen oder anderen überholt.“ Rang 5 rückt in Reichweite. „Das lässt mich sicher gut schlafen. Hätte zu Saisonbeginn jemand orakelt, ich würde den ersten WM-Tag als Sechster beenden, ich hätte auf das nächste oder übernächste Jahr verwiesen...“ Jasch spricht von „Reserven“, über die Chemnitzer noch verfügen, Nico nickt, bestätigt und berichtet von bisher „zwei keineswegs perfekten Läufen.“
Also ist ein bisschen Träumen erlaubt. Im Örtchen Wolvega, wo die Physiotherapie-Abteilung einen langen Abend einlegt, die Coaches nochmals analysieren und beraten. Während am Tisch „Duitsland“ Teamgespräche einen ereignisreichen Tag beenden. Allerdings nur mit Mineralwasser – ohne Kohlensäure und Tee. Vielleicht bleibt am späten Sonntag Zeit zum Feiern.

Ergebnis 1000 m Männer
Gesamtergebnis Männer