Schubert_InterviewBundestrainer Thomas Schubert: Letzte Fragerunde zum Abschneiden der deutschen Sprinter...
Foto: DESG-Presse
Daran erinnern sich nur Statistiker: Ein Top-Ten-Platz für deutsche Sprinter bei der Mehrkampf-WM. Ein Jahrzehnt ist es her (Anm.: durch Michael Künzel). „Deshalb freue ich mich, dass es Nico Ihle nun wieder geschafft hat“, so Bundestrainer Thomas Schubert.

„Auch Platz 8 war möglich, doch einige Top-Läufer haben am zweiten Tag die Relationen wieder richtig gestellt.“ Mit 1:10.83 Minuten hatte der 25-jährige Chemnitzer für ihn überzeugende Titelkämpfe beendet, war bei extrem knappen Abständen während der finalen Entscheidung nur knapp abgerutscht. Und erreichte eine deutliche Verbesserung gegenüber 2010 mit  Rang 13.
Dass die Disqualifikation des Niederländers Stefan Groothuis für den final countdown kurzfristig aufgehoben wurde, erstaunte selbst Experten: der ersehnte Podiumsplatz für die Gastgeber sprang dennoch nicht heraus. So leise hatte man Thialf an zwei Tagen nicht erlebt: als der Koreaner Kyou-Hyuk Lee den Titel gewann und sich traditionell in der Pferdekutsche übers Eis chauffieren ließ. Vorher hatte der flinke Asiate eine Oranje-Mütze sowie eine überdimensionale Sonnenbrille in den Fan-Farben aufgesetzt – eine kleine Versöhnung und ein Bonbon für die Zuschauer. Schließlich trifft sich die Eisschnelllauf-Elite demnächst erneut in Friesland: beim Weltcupfinale, unmittelbar vor dem Saison-Höhepunkt in Inzell.
Während Thomas Schubert die Verhältnisse aus DESG-Sicht klarstellte. „Wir waren nicht so vermessen, hier bei den Männern mit einem Platz unter den ersten Zehn von vorneherein zu rechnen. Die Probleme bei Samuel Schwarz waren uns bekannt. Auch bei den Damen wird ohnehin in Inzell abrechnet. Wir verlieren dieses Ziel nicht aus den Augen – dann spricht niemand mehr von der Sprint-WM. Judith Hesse hätte den 10. Rang schaffen können. Jenny Wolf hat sich wohl am meisten über ihre Platzierung geärgert. Aber: sie setzt sich natürlich auch selbst unter Druck. Und wenn, wie auf den zweiten Tausend, die Kraft einmal weg ist…“
Als nahezu alle Zuschauer das weite Rund von Thialf verlassen hatten, sich Athleten und Betreuer Richtung Abschluss-Bankett verabschiedeten, hingen noch immer zwei südkoreanische Fahnen und das Stars&Stripes-Banner über dem Sieger-Podium, das äußere Zeichen der letzten Entscheidung (bei den Herren). Damit hatte die erfolgreiche Schaatser-Nation kaum gerechnet. Bei einer WM der Bahnrekorde, einem Fehlstart-Festival und der Erkenntnis, dass die deutschen Sprinter wieder etwas mehr Power entwickeln.

Endergebnis Herren