Was für ein Schreck. Zwar gut gelandet, aber dann diese Kälte. Mit minus 16 Grad empfing die russische Metropole die stattliche Delegation der DESG, im Anmarsch zur ersten Weltcup-Station in diesem Winter. Aber nicht verzagen, die Meteorologen sagen für das Wochenende Temperaturen um den Gefrierpunkt voraus. Dann dürfte sich auch das Schlangestehen vor dem Transport-Shuttle etwas erträglicher gestalten. „Wir sitzen teilweise über eine Stunde im Bus“, kennt Teamleader Helge Jasch die Verkehrssituation an der Moskwa. Wichtig: „In Sachen Sicherheit verlief alles problemlos, es gab einige Kontrollen mehr, aber wahrscheinlich ist man derzeit nirgendwo in Russland besser geschützt als hier.“

Vom erstmals bezogenen Hotel Aquarium (3 Sterne, 225 Zimmer), inmitten des Messekomplexes Crocus Expo wäre es – mit dem Rad – fast nur ein Katzensprung zur Eishalle von Krylatskoje, doch die Ringstraße ist latent überlastet.
21 Nationen haben für den Weltcup im Osten gemeldet. Neben den Strecken bis 3000 m (Damen) und 5000 m (Herren) gehört auch der Team Pursuit zum Programm. Die Hoffnungen der insgesamt 20 deutschen Athleten auf gute Platzierungen aber sind gerade nach den teilweise weniger zufriedenstellenden Resultaten bei den Allround-Titelkämpfen von Klobenstein (EM Mehrkampf) und Heerenveen (WM Sprint)  mehr als intakt. „Der Trend geht klar zur Spezialisierung“, sagen die Bundestrainer Stephan Gneupel und Thomas Schubert. Dennoch: für die Mehrkampf-Weltmeisterschaften nächsten Monat in Calgary erhielt die DESG aufgrund des Europa/Nordamerika-Kontingents einen zweiten Startplatz bei den Damen, für den Stephanie Beckert (neben Isabell Ost) vorgesehen ist. Die Erfurterin hatte sich in den letzten Wochen intensiv um ihren seit Olympia lädierten Rücken (Lendenwirbel) gekümmert. „Jetzt freue ich mich auf den Weltcup in Moskau und fühle mich gut.“ Vor allem aber im Fokus: die Heim-WM in Inzell.
Mit Katrin Mattscherodt ist auch die zweite Goldmedaillengewinnerin von Vancouver mit von der Partie. Jenny Wolf erhält die Gelegenheit, über ihre 500 Meter die beiden Streckensiege von Holland zu bestätigen. Monique Angermüller nutzte die Pause zum weiteren Trainingsaufbau. „Sie soll auch in Inzell ihre Top-Leistungen bringen. Dort wird abgerechnet“, so Thomas Schubert. Am ersten Tag stehen neben den ersten 500-m-Läufen die Entscheidungen über 1500 m (Männer) und 3000 m (Frauen) auf dem Plan, die DESG-Läufer starten durchweg in der (stärkeren) A-Gruppe.

Teamleader: Helge Jasch; Bundestrainer: Stephan Gneupel, Thomas Schubert

Programm:
Freitag: 500 m Damen, Herren (1. Lauf); 1500 m Herren; 3000 m Damen
Samstag: 500 m Da, He (2. Lauf); 1500 m Damen; 5000 m Herren
Sonntag: 1000 m Da, He; Team Pursuit Da, He

TV-Zeiten:
Samstag, 14.35 h im ZDF
Sonntag, 15.55 h im ZDF