Wenn das keine Ansage ist: Wenige Tage nach dem Rückschlag auf der zweiten 1000-m-Distanz der Sprint-WM ist Jenny Wolf wieder da. Und wie: Eine 37,90-Sekunden-Zeit knallte sie am Freitag aufs Eis der Krylatskoje-Arena im Westen der russischen Metropole. Persönliche Saisonbestmarke.

Damit distanzierte sie im direkten Duell die Niederländerin Margot Boer (Platz 2, 38,56 s) klar, als Dritte freute sich beim 56. Weltcupsieg der Berlinerin die US-Amerikanerin Heather Richardson, nur eine Hundertstel hinter Boer. Judith Hesse (5./38,87 s) bestätigte ihre Klasse-Saison, Monique Angermüller (8./39,18 s) und Heike Hartmann (14./39,49 s) sammelten Weltcup-Punkte fürs Selbstvertrauen. Jennifer Plate kam in 39,70 auf Platz 20. Da die koreanische Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa bei den Asian Games weilt, vergrößerte sich Jenny Wolfs Vorsprung in der Gesamtwertung deutlich.
Pekka Koskela, der 28-Jährige aus Helsinki, war unschlagbar auf der kürzesten Weltcupstrecke und gewann in 35,15 Sekunden. Überraschend stark der Kanadier Jamie Gregg (35,23 s) und der Holländer Jacques de Koning (35,24 s). Keine Stürze, kaum Stolperer – so kam es zu hauchdünnen Entscheidungen. Nico Ihle wurde starker Siebter in 35,41 s, obwohl er auf der ersten Geraden (9,80 s, dreizehn Rivalen waren schneller) Zeit liegen ließ. Sein älterer Bruder Denny wurde 19. in 36,02 s.
Martina Sáblíková (CZE/4:04,03 min), Ireen Wüst (NED/4:05,41) sowie Brittany Schussler (CAN/4:10,45) standen bei der Siegerehrung über 3000 m auf dem Treppchen. Und Stephanie Beckert? Die wäre wohl als Zweite oder Dritte geehrt worden, hätte ihr nicht das Material einen Strich durch die Rechnung gemacht – und einen gehörigen Schrecken eingejagt. Die (nach wie vor) Weltcupführende auf den Langstrecken stürzte im letzten Paar, in der letzten Runde, weil ihr Schlittschuh dem Druck ihres Endspurts nicht widerstand und brach. Die 22-jährige Erfurterin blieb zum Glück unverletzt und stakste als Letzte (Platz 20) durchs Ziel. Jennifer Bay (11.), Isabell Ost (12.) und Katrin Mattscherodt (14.) sammelten Zähler.
Nicht rund lief es für die Erfurter Jörg Dallmann (19.) und Robert Lehmann (17.), die im 1500-m-Rennen direkt gegeneinander antraten. Dafür jubelten die einheimischen Zuschauer: ihr Lokalmatador Ivan Skobrev gewann vor Denny Morrison aus Kanada sowie Mark Tuitert aus Holland. Allerdings fehlten die starken US-Amerikaner Shani Davis und Trevor Marsicano.
Am Samstag stehen nun die jeweils zweiten Durchgänge über 500 m an, außerdem die 1500 m der Damen und die 5000 der Herren.