Nico_IhleNico lässt die Muskeln spielen35,19 Sekunden – nur ein Mal in diesem Winter war Nico Ihle noch schneller als beim 500-m-Rennen am Moskauer Weltcup-Samstag, nämlich um 5 Hundertstel zum Saisonstart in Heerenveen. Dort war (auch) das Eis einen Tick besser und die Stimmung sowieso, gegenüber der ziemlich leeren Krylatskoje-Halle, wo sich die wenigen Zuschauer an den Eingängen strengen Sicherheits-Überprüfungen stellen mussten.

Drinnen erlebten sie einen Nico Ihle, der enorm selbstbewusst und mutig in die Kurven stürmte, im Ziel seine (Bizeps-)Muskeln zeigte. Platz 4, das beste Weltcupresultat für die Chemnitzer Sprintrakete auf der Sahnestrecke – und addiert mit Rang 5 vom Vortag pralle 100 Weltcup-Punkte. Schneller waren nur Jan Smeekens (NED/34,93 s), Akio Ota (JPN/35,02) und der sympathische US-Ami Tucker Fredricks (35,06). Samuel Schwarz (36,17, 22.) lief sich für die 1000m am Sonntag ein, Denny Ihle bestätigte seinen Aufwärtstrend, blieb eine Drittelsekunde schneller (35,84) als der Berliner und kam auf Platz 20.
Noch zwei Weltcupsiege, dann liegt Jenny Wolf gleichauf mit Anni Friesinger auf Platz 3 der ewigen Siegerinnen-Rangliste, hinter der unantastbar scheinenden Gunda Niemann-Stirnemann (98) sowie US-Legende Bonnie Blair (69). 57 stehen jetzt für die Berlinerin Wolf, die am Montag auf der Rückreise ihren 32. Geburtstag feiert, zu Buche. Zwar blieb Jenny diesmal 11/100 langsamer (38,01 s) als tags zuvor, sie wurde allerdings beim Bahnwechsel von Margot Boer einen Moment ausgebremst und blieb letztlich doch klar vor der langen Holländerin (38,49 s), die wieder Zweite wurde. Bronze ging an Heather Richardson (USA). Bemerkenswert: Judith Hesse verbesserte ihre Saisonbestzeit vom Freitag erneut um zwei Zehntelsekunden (38,67 s), die Erfurterin fühlt sich pudelwohl in der Weltspitze und freute sich über Platz 6. Jennifer Plate wurde 17. in 39,49 Sekunden, Heike Hartmann konnte ihren guten Vortagswert nicht bestätigen: 20. in 39,88 s.
Mehr als die Plätze 15, 17 und 19 waren nicht drin für Gabi Hirschbichler, Isabell Ost und Jennifer Bay im 1500-m-Rennen. Sprint-Weltmeisterin und 1000-m-Olympiasiegerin Christine Nesbitt gewann in 1:56,80 min knapp vor Ireen Wüst (NED, 13/100 zurück) und Allrounderin Martina Sáblíková aus Tschechien (1:57,50). Monique Angermüller gewann die B-Gruppe in 2:00,28 min. Für einen Top-10-Rang reichte es nicht für die deutschen Langstreckler, doch das Gesamtresultat kann sich sehen lassen: Marco Weber 11., Patrick Beckert 12. und Moritz Geisreiter 16. Schnellster Deutscher aber war Alexej Baumgärtner, der im B-Lauf als Dritter nur um drei Zehntelsekunden am Sieg vorbeischlitterte. Das Treppchen teilten sich die Favoriten: Bob de Jong (NED 6:19,43 min) vor Ivan Skobrev (RUS/6:21,16) und Havard Bökko (NOR/6:22,79).
Die anfangs arg überhitzten Zimmertemperaturen (fast 30 Grad) im alles andere als günstigen Hotel Aquarium wurden inzwischen geregelt, das lässt auf eine gute Nacht für die DESG-Mannschaft auf Sonntag hoffen. Dann gilt es, die starken Eindrücke auf dem Eis noch einmal zu untermauern. Auf der 1000-m-Strecke sowie im Team-Pursuit geht es rund.