„Es war die richtige Maßnahme, mit jungen Athleten hier nach Minsk zu fahren. Für die Älteren stehen nun mal die Weltmeisterschaften auf den Einzelstrecken und im Mehrkampf im Fokus.“ Für Uwe Hüttenrauch stellen auch die mäßigen Resultate bei der Allround-EM in Weißrussland die Philosophie nicht in Frage. „Es gibt jetzt auch kein ‚Wunden lecken‘, dafür ist gar keine Zeit. Am nächsten Wochenende geht es zu den Deutschen.“

Platz 16 nach drei Strecken für Leia Behlau (19). Felix Maly, ebenfalls aus der Formation „Jugend forsch(t)“, wurde am Ende 18. Beide konnten im abschließenden 1500-m-Rennen nochmals viele Erfahrungen sammeln. Hüttenrauch sagt, dass sich die junge Wahl-Erfurterin in diesem Lauf „am eigenen Schopf herausgezogen hat, weil sie vorher total am Boden war.“  Viele EM-Starter blieben auf dem schwierig zu beherrschen Eis deutlich über ihren Bestmarken – Routiniers aber vermögen Extrembedingungen besser zu kompensieren. Und im DESG-Trio war mit Jonas Pflug der Routinierteste (mit 23 Jahren) nach nur einer Strecke (500 m) verletzungsbedingt zum Zuschauen verurteilt.

Die Meriten  gingen wie erwartet an Martina Sáblíková (5. EM-Titel) und Sven Kramer (Nr. 8) – die Niederländer beherrschten einmal mehr ihre Wettkampf-Form, die in der Minsk-Arena aber ein Auslaufmodell war. Ab 2017 erfahren die kontinentalen Titelkämpfe ein Update: die langen Kanten werden – durch die 1000 Meter – ersetzt. Das verspricht mehr Dynamik und spannende Duelle. Felix Maly will dann wieder dabei sein. „Es war hier zumindest ein kleiner Schritt nach vorne. Aber ich weiß, dass ich in Sachen Training und Konzentration noch mehr investieren muss“, sagte der Erfurter am ARD-Mikrofon.

Die minimalen Entwicklungen bestätigen auch die Überzeugung von DESG-Sportdirektor Robert Bartko, der immer wieder betont, dass es Geduld braucht, bis neue Strategien greifen. Der Winter 2015/16 ist ein Übergangsjahr. Mit den Höhepunkten im Februar und März für die Besten.