IMG 20190216 WA0015Lukas Mann: Der ideale Lauf.
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Lukas Mann holt Junioren-WM-Gold in Baselga di Piné über 5000 m. "Es war ein wahnsinns Lauf mit super Zeiten auf weichem Eis. Das gab es seit 30 Jahren nicht mehr", so Bundestrainer Erik Bouwman. "Darauf haben wir zwei Jahre hingearbeitet."

Felix InzellFelix Maly, noch mal "das Herz in die Hände genommen", dann die Kufen für diese Saison ausgezogen.
Foto: DESGphoto/L.Hagen
Das Fazit der Heim-WM in Inzell ist schnell gezogen. Nahezu alle DESG-Starter präsentierten sich beim Saison-Highlight mit den besten Zeiten des Winters, die Formkurve erreichte exakt am Tag X für die Eisschnellläufer das Maximum. „Exakt das stand für uns im Fokus, also muss es in der Vorbereitung richtig gelaufen sein“, sagte Coach Daan Rottier. Darauf aufzubauen, sei der nächste Schritt. Zu Buche stehen zwei vierte Plätze, vier weitere Top-Ten-Ränge und drei elfte Plätze. Diese Bilanz stimmt positiv.

Anna SeidelAnna Seidel: Couragiert Bronze in Turin erkämpft. Foto: DESG-PresseWas Patrick Beckert in Inzell so hauchdünn verwehrt blieb, lieferte Anna Seidel für die DESG. In Turin gewann die 20-jährige Dresdnerin Weltcup-Bronze im 1500-m-Lauf. “Das macht mich glücklich”, so die Ausnahme-Shorttrackerin. Schon zum Saisonbeginn hatte sie in Salt Lake City das Podest erobert, jetzt musste sich Anna nur der niederlänischen Top-Läuferin und 1000-m-Olympiasiegerin Suzanne Schulting (Niederlande) und Koreas Ji Koo Kim (in der letzten Wochen Siegerin in Dresden über diese Distanz) geschlagen geben.

Patrick 10 km Inzell LHPatrick: Der Moment der Entscheidung.
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Patrick Beckert saß im Innenraum der Max-Aicher-Arena auf einem Bänkchen, das sonst zum Umziehen dient. Jetzt glich es einem Wartezimmer. Das letzte Paar über die 10 000 m war unterwegs, sollte es Bronze oder Blech für den Erfurter geben? Dann Stille im fast ausverkauften Rund. Denn der Russe Danila Semerikov wurde mit der identischen Zeit gestoppt. 12:57,40 Minuten nach 25 Runden. Und nun? Patrick vernahm die Stimme des Sprechers vielleicht wie in Trance. Zwei Tausendstel (umgerechnet entspricht dies 2,7 Zentimetern nach 10 Kilometern) war der Konkurrent schneller. Aber kein ex aequo erfolgte, keine zwei Bronzemedaillen, wie der normale Menschenverstand wohl erwartet hätte. Als sich Patrick umgehend den Medienvertretern zur Verfügung stellte, liefen im Hintergrund die Bilder der Siegerehrung. Gut, dass sich der Unglückliche nicht umdrehte.

Nico 500 m WM InzellNico mit Superzeit 11. über 500 m.
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Da steht er nun, der große Mann der deutschen Eisschnelllaufen-Szene. Erst vor den TV-Kameras im Innenraum der Max-Aicher-Arena, dann in der Mixed Zone einem Pulk fragender Journalisten gegenüber. Und Nico Ihle erklärt bis ins Detail, was da passiert war. Dass er zwar enttäuscht ist. Mit Platz 11 in 34,69 Sekunden, Saisonbestzeit und trotz seiner schnellsten jemals in Inzell gelaufenen Runde. „Wahnsinnig, dass die Sprinter in einer nacholympischen Saison noch stärker sind.“ Und zum Beispiel der große russische Dominator Pavel Kulizhnikov von zwei Landsleuten auf den Plätzen 1 und 3 durchgereicht wurde. „Nicht vorhersehbar“, beschreibt der 33-jährige Chemnitzer die Show der Allerschnellsten. „Es gibt mehr Sprinter als Startplätze.“ Polen, Norweger, Japaner, Kanadier, Russen, Koreaner – alle mit dem Tempo-Gen ausgerüstet.

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