Nico FB 2Nico - Platz vier als gute Ausgangslage. Foto: Nico Ihel/FBChangchun, ziemliches Neuland in Sachen Eisschnelllauf, hat sich schön herausgeputzt für die Sprint-WM. Eine zweckmäßige Halle, sehr gut besucht – und ordentliches Eis. Mit wenigen Ausnahmen geben die Besten ihre Visitenkarten ab. Und das nur eine Woche nach den Olympischen Spielen. Beim Vierkampf hat Nico Ihle den Fehde-Handschuh in den Ring geworden: Platz 4 nach ersten 500-m- und 1000-m-Läufen. Eine Halbzeit-Bilanz, die ihn gut schlafen lässt. „Weil die Abstände zu den Besten deutlich geringer sind als bei den Spielen. Das war ein guter Einstand und morgen darf ich zweimal über Innen ran“, so die Nachricht des Chemnitzers aus Nord-China.

Nico FacebookAuf nach Changchun.
Foto: Nico Ihle/Facebook
Von PyeongChang nicht nach Hause, sondern noch weiter gen Nordosten. So verlief die Reiseroute von drei Olympia-Startern der DESG. Die chinesische Millionenstadt Changchun bittet zur Sprint-WM, Bundestrainer Jan van Veen setzt Nico Ihle, Joel Dufter und Gabi Hirschbichler beim Tempo-Festival ein. Je zwei 500- und 1000-m-Wettbewerbe stehen auf dem Programm. „Ich mag diese Wettkampf-Form mit vielen Läufen, auch wenn die WM in einem olympischen Winter natürlich nicht den Stellenwert besitzt“, sagt Nico. Im Gangneung Olympia Oval hatte der Chemnitzer jeweils Platz 8 belegt. Und zeigte sich nicht annähernd zufrieden. Er überlegt deshalb inzwischen, seine Karriere bis zu den nächsten Winterspielen 2022 (in Peking) zu verlängern. Diese WM in China dient als eine weitere Standortbestimmung für den 32-Jährigen. Übrigens: vor Jahresfrist stand bei Nico Ihle in Calgary – auch – Position 8 nach den vier Strecken zu Buche. Joel wurde 16., Gabi Hirschbichler 14.

jun st wm 2Die kommenden Champions...
Foto: DESG
Polen hat ein neues Eissportzentrum der Superlative. Die erste überdachte Kunsteisbahn des Landes, am 27. Dezember letzten Jahres feierlich eröffnet, bietet Eisschnelllauf und Short Track ein funktionelles Zuhause, gelegen in der 60 000-Einwohner-Stadt Tomaszow Mazowieckim. Dorthin wurde auch die Junioren-WM der Kurvenkratzer am Wochenende verlegt. Nicht in die Hauptstadt Warschau, sondern in die Woiwodschaft Lodz. Ein wahres Schmuckkästchen die Arena Lodowa, in dem jetzt der DESG-Nachwuchs seinen Saison-Höhepunkt erlebt. Vier Jungs und zwei Mädchen wurden nominiert - und sollen, unter der Ägide der beiden Trainer Johannes Markert und Arian Nachbar, Tuchfühlung zur Weltspitze aufnehmen. Ein großes Unterfangen.

Robert Interview KristinRobert Bartko: Mit langfristigen potential- und leistungsorientierten Konzepten überzeugen.
Foto: DESG-Presse
Es gehört zu den Gepflogenheiten, am Ende einer olympischen Session dem Ruf der Pressevertreter zu folgen. Die DESG tat dies, wie schon 2014 in Sotschi. Dessen gewiss, dass ohne Medaillenerfolg ein Spießrutenlauf drohen könnte. Da pflegen die Medien sehr energisch nach den Ursachen nachzufragen. Aber Transparenz und Informationspflicht gehören zur Verbands-Kommunikation. Sportdirektor Bartko und Bundestrainer Van Veen nannten das Abschneiden „enttäuschend. Wir konnten die Chancen nicht nutzen.“

Claudia MassenstartClaudia: "Ich bin stolz".
Foto: Martin de Jong
Showdown im Gangneung Olympic Oval. Beim ersten olympischen Massenstart nochmals vor vollen Rängen, mit Super-Sound bei allen Rennen, weil Koreas Skater in diesem für die Fans so prickelnd-attraktiven Wettbewerben jedenfalls die Pace mit angaben. Und als Lee Seung Hoon den allerletzten Sprint des letzten Rennens gewann, brachen alle Dämme. Standing Ovations, Fahnenmeer, Gesänge. Froh sein konnte, wer dabei war, beim i-Tüpfelchen der Entscheidungen auf schnellem Eis. Claudia Pechstein gehörte dazu. Wie erhofft über das Halbfinale den Endlauf der 16 Besten erreicht, dort mitgemischt und am Ende Dreizehnte. „Ja, ich bin stolz“, lautete ihre olympische Bilanz.

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