SvenKramer picturealliance"König" Sven rückt die Verhältnisse zurecht.
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Es war ein stimmungsvoller Tag im zum zweiten Mal vollbesetzten Gangneung Oval, der Heimat der olympischen Eisschnellläufer bei den Winterspielen. Als der koreanische Goldjunge von 2010 (über 10 km), Seung Hoon Lee - am Ende guter Fünfter - seinen Lauf gewann, tobten seine Fans. Good Vibrations am coastal cluster, wie bei einem Fußballmatch. Dann übernahm die niederländische Kultband Kleintje Pils die musikalische Regie, ein Rapper setzte noch eins drauf. Und nun betrat seine Eis-Majestät Sven Kramer die „Bühne“. Gewann das Duell gegen Patrick Beckert deutlich und holte sein drittes Olympia-Gold über 5000 Meter. Seine Anhänger verneigten sich. Geht eigentlich noch mehr? Die deutschen Hoffnungen hielten bis zu den letzten beiden Paaren, doch Patrick Becker als Zehnter in 6:17,01 Minuten und Moritz Geisreiter (6:18,34/12.) blieben hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Abgeschrieben für die 10 km sind sie aber keineswegs.

Claudia Mixed ZoneClaudia souverän in der Mixed Zone. Foto: DESG-PresseAls einen „Kampf der Generationen“ hatte die ISU das erste olympische Damen-Rennen angekündigt. Über 3000 m, der Zweitstrecke von Claudia Pechstein. Die „Veteranin“ contra junge Hüpfer. Am Ende konnte die 45-jährige Berlinerin als Neunte mit „einem guten Training unter Wettkampfbedingungen“ zufrieden sein. Dass mit der 28-jährigen Niederländerin Carlijn Achtereekte eine Sportlerin „mittleren Alters“ und ohne ganz überragende Meriten gewann, erstaunte genauso wie der nur vierte Rang für Martina Sáblíková - 2010 und 2014 war sie unschlagbar. Und: Gold, Silber, Bronze für Oranje, Business as usual, jedoch gerade bei den Damen so nicht prognostiziert.

Der erste Tag der 23. Olympischen Winterspiele ist geschafft. Und das auch mit dem guten Auftakt auf der kurzen Bahn. Über die 500 m gingen sowohl Bianca Walter als auch Anna Seidel in den Heats an den Start. Beide mussten gegen starke Gegnerinnen mindestens Platz 2 gewinnen um ins Viertelfinale (am Dienstag) einziehen zu können.

Nico ErfurtNico Ihle: Letzter Schliff in Berlin.
Foto: DESGphoto/L.Hagen
Fast gähnende Leere auf dem Berliner 400-m-Oval in Hohenschönhausen. Nur ein Athlet dreht allein seine Runden: der Eissprinter Nico Ihle. Während die DESG-Skater längst in Gangneung sind, zieht der Chemnitzer die Berliner Ruhe vor. „Wir hätten nach Inzell oder Erfurt gehen können. Wir haben uns für Berlin entschieden. Hier bereiten wir uns schon seit Jahren vor“, erklärt Trainer Klaus Ebert. „Nicht nur wegen der alten Gewohnheiten. Hier passt alles. Wir werden so behandelt, als gehören wir zu den Berlinern. Das fängt bei der Eisbereitung an und hört bei der medizinischen Betreuung auf“, fügt der 32–Jährige hinzu. „Unlängst wollte ich nach dem Training in die Sauna. Da haben die Kollegen die Sauna nur für mich noch einmal angeheizt. Ich weiß nicht, ob man das andernorts ebenfalls so selbstverständlich gehandhabt hätte.“

Anna Bibi Daniel Oly RingeBianca Walter mit Anna Seidel und Trainer Daniel Zetzsche unter den Olympischen Ringen.
Foto: Anna Seidel/Facebook
Mit 27 Jahren erlebt Bianca Walter jetzt ihre olympische Premiere: das Ergebnis eines jahrelangen Nie-Aufgebens der Dresdnerin. Zusammen mit Anna Seidel vertritt sie die deutschen Farben im Short Track. Und steht damit mittendrin im Hype zwischen den fünf Ringen – für Gastgeber Korea ist die Kurvenjagd das olympische Highlight schlechthin. Das spüren vier DESG-Damen täglich bis in ihre Zimmer-WG in Gangneung. Zusammen mit Anna sowie Judith Dannhauer und Michelle Uhrig bewohnt Bibi eine Wohnung. „Drei Bundespolizistinnen, wir sind also sicher.“

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