EM-Heimspiel: Alles Oranje

11. 01. 2020

Die langen Distanzen, früher titelentscheidend, als die EM als Mehrkampf bestritten wurde, faszinieren traditionell das Publikum im Eis-Mekka von Heerenveen. Erst recht, wenn local hero Sven Kramer, seines Zeichens viermaliger Olympiasieger und 26-facher Weltmeister (!) seine gleichmäßigen Runden dreht. Dann peitschen die Fans den 33-Jährigen nach vorne. Bei der EM im – ungleichen – Duell mit Felix Maly aus Erfurt. 6:10,76 Minuten lautete die Endzeit, Silber für den Friesen, der seit den letzten Winterspielen mit Rückenproblemen kämpft. Für Maly bedeuteten 6:27,97 Minuten am Ende Rang 15 im 5000-m-Rennen. Nur Favorit Patrick Roest toppte die Kramer-Performance in 6:08,92 Minuten. Bahnrekord.
Bei den Damen der nächste Oranje-Streich. 5000-m-Olympiasiegerin Esmee Visser (23) machte nach den 3000 Metern die NL-Hymne zum Ohrwurm. Das DESG-Trio konnte mit seinen Platzierungen weniger zufrieden sein. Bei Michelle Uhrig (15.) konstatierte Bundestrainer Erik Bouwman die schwierige Umstellung nach dem Höhentrainingslager, auch von Roxanne Dufter (14.) hatte er mehr erwartet. Claudia Pechstein lief als Zwölfte (4:07,30 Minuten) die beste deutsche Zeit, nach dem Lauf musste sich die 47-Jährige umgehend in die Obhut des Rücken-Spezialisten geben. Eine Notiz wert: Bronze ging an Italia, resp. „La Bella“ Francesca Lollobrigida, die Tschechiens Abonnementssiegerin Martina Sáblíková damit vom Podest schubste.

 

Foto: Hochstimmung in Thialf - selbst die Pausen sind ein Event. Foto: DESG Presse