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Michelle Uhrig: Radcrash in Berlin

01. 05. 2020

Die Saison-Analyse mit Bundestrainer Erik Bouwman lag hinter ihr, die Vorbereitungen auf das vorolympische Jahr funktionierte auch in Corona-Zeiten im improvisierten Heim-Fitness-Studio – da endete eine 80-km-Rennrad-Runde durch die Hauptstadt fatal. Michelle Uhrig (auf dem Radweg der Hauptstraße unterwegs) wurde von einer unachtsam aus einer Nebenstraße abbiegenden Autofahrerin übersehen. „Ich lag plötzlich mitten auf der Kreuzung“, erinnert sich die 24-jährige Berlinerin an den 17. April. Danach ging es ins Krankenhaus, wo eine Gehirnerschütterung konstatiert wurde, Beeinträchtigungen von Hals- und Brust-Wirbelsäule sowie eine Knieverletzung. „Die ganze linke Seite“ sei malträtiert gewesen – und jetzt ist vier Wochen kein Training möglich. „Eine Katastrophe“ sei das.

Da während der Pandemie Arzt- und Physio-Besuche beeinträchtigt, am OSP manuelle Therapien (noch) nicht möglich sind, pendelt Michelle von Praxis zu Praxis, gleichzeitig sind Termine bei Anwalt und Versicherung erforderlich. Auch das Material, Carbon-Rennrad, Helm und Trikot kam zu Schaden. „Und das ist eine Phase, wo jeder Tag Training zählt.“ Wichtiger aber, dass der Heilungsprozess gut verläuft. Ein Schleudertrauma im Nacken kann Folgeschäden nach sich ziehen, dh. Couch-Einheiten statt Bike- oder Roller-Einheiten. Für die umtriebige Sportlerin, die nun eigentlich die Trainingspläne von Erik Bouwman und Stützpunktleiter Sascha Wilhelm umsetzen wollte, fast ein No-Go. „Also gehe ich Familie und Freund auf die Nerven.“

Wenigstens der Blick zurück ist ungetrübt. Im Herbst hatte sich Michelle in Inzell die Deutschen Meistertitel über 1000 und 1500 m gesichert, war anschließend „grandios“ in die erste Weltcup-Phase gestartet. „Ich wollte alles ausnutzen und zeigen, was in mir steckt.“ Das gipfelte in einem guten 7. Rang bei der EM im Massenstart, aber irgendwann musste sie dem Voll-Programm mit Starts  über 1000, 1500, 3000 m und 5000 m Massenstart („sowie einmal 500 m um meiner Teamkollegin den Start bei der EM zu ermöglichen“) Tribut zollen. „Daraus müssen wir die Lehren ziehen“ so die Erkenntnis von Skaterin und des Trainer-Teams. Bei der WM-Premiere in Salt Lake City „fehlten mir 20 Meter zu Rang 9, weil mich eine Konkurrentin behinderte“ und sie mit einer stumpfen Kufe nicht mehr reagieren konnte.

Nach kurzer Urlaubspause – noch vor den Corona-Einschränkungen – sollte das Training vor der Haustüre die neue Saison einläuten. Michelle Uhrig, in den letzten vier Jahren auf der Bundespolizeischule in Bad Endorf stationiert, freute sich auf Skaten auf dem Tempelhofer Feld und vor allem den Einheiten mit der zehnköpfigen Gruppe - natürlich auch mit gebührendem Abstand -  rund um das Sportforum in Hohenschönhausen. Bis der Bike-Crash die Pläne torpedierte. „Vielleicht kann ich in zwei Wochen sanft wieder anfangen“, so ihre Hoffnung. Was bleibt? „Ich entwickle mich langsam zur Sterne-Köchin. Curry-Hühnchen indisch, selbst gemachte Lasagne.“ Die ganz kleinen Freuden – für viele aber mittlerweile ein echter Kick.

 

Foto: Sofa statt Training: Michelle Uhrig beim Radtraining verletzt. Foto: privat

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