Beckert BrothersDen Beckert Brothers gehört die Zukunft. Foto: DESG-PresseBei der Meisterschaft mit dem „kleinen“ Bruder Pedro auf dem Podest. Solche Momente saugt Patrick Beckert förmlich in sich auf. “Man muss ihm Zeit geben, aber dass er es schon mit den Besten aufnehmen kann“, empfindet der 25-Jährige als außergewöhnlich. Er habe erst im dritten Seniorenjahr eine Goldmedaille in der Hand gehalten. Und sein 19-jähriger Bruder setzte schon bei der Premiere mit Bronze im Massenstart in Inzell ein Zeichen. Patrick (25) traut ihm auch die Qualifikation für kommende Weltcups zu. „Weil er einfach Hunger auf mehr hat.“

Nico im SpiegelNico Ihle: Trainingskontrolle Spiegel. Foto: DESG-PresseWorauf man sich als deutscher Sprinter in Inzell in diesen schwülen Tagen am meisten freut? Aufs „Eisbaden“. Nach dem Training im Kraftraum geht es in die kalte Tonne. Knapp eine Minute lang, die Eismaschine der Max-Aicher-Arena sorgt täglich für neuen Schnee. Brrr, aber ein kurzer Genuss für die Trainingsgruppe um Nico Ihle.

Ein Wechselbad der Gefühle soll die Vorbereitung generell sein. So lautet das Dogma von Klaus Ebert, seit Saisonbeginn Bundestrainer der DESG für den Sprintbereich. Aber hier gehe es nicht ums Personal sondern die Sportler, lenkt der Coach schnell von sich selbst ab. „Inhaltlich und methodisch fahren wir ohnehin auf der gleichen Linie“, er könnte sich aber vorstellen, dass bald ein Jüngerer dem aktuellen Betreuerteam assistiert. Während seine Jungs und Sprinterin Denise Roth im Fitness-Raum Hanteln stemmen, Liegestützen absolvieren, aus dem Stand einen Hürden-Parcours überspringen spricht Ebert von „Motivationsanreizen“. Gleiche Übungen nennt er Rückschritt. Auch so katapultierte sich Nico Ihle in die absolute Weltspitze.

Podium Herren DM MassenstartPatrick Beckert, Deutscher Meister Massenstart, mit Joel Dufter (2.) und Bruder Pedro (3.). Foto: DESG-PresseSportdirektor Robert Bartko nickte zufrieden. Der Auftakt zur Eisschnelllauf-Saison 2015/16 mit den Deutschen Meisterschaften im Massenstart konnte sich sehen lassen. Claudia Pechstein und Patrick Beckert verteidigten erwartungsgemäß ihre Titel, doch dahinter reckte der Nachwuchs die Nase kräftig in den Wind. „Radau“ in der Inzeller Max-Aicher-Arena.

Draußen Bullenhitze, drinnen zieht man den Schal enger. Größere Diskrepanzen sind kaum vorstellbar, wenn am Freitagabend die erste Deutsche Meisterschaft der neuen Eisschnelllauf-Saison bevorsteht. Massenstartlauf der Damen und Herren in Inzell. Seit dem 4. Juli bietet die Max-Aicher-Arena Sommereis, die A- und B-Kader-Athleten der DESG nutzen den glatten Untergrund zu ihrem dreiwöchigen Lehrgang, aber auch zahlreiche Privatteams und Nationalmannschaften haben sich im Chiemgau eingenistet.

50 Vereine aus 15 Bundesländern erhielten wichtige Post in diesen Tagen. Inhalt: Die Auszeichnung mit dem ‚Grünen Band‘ für vorbildliche Nachwuchsförderung. Darunter der Eisschnelllauf-Club Chemnitz e.V. Bei der 29. vom DOSB durchgeführten Würdigung fiel die außergewöhnliche Arbeit in Sachsen auf – im Herbst wird ein Gremium um die beiden offiziellen Botschafter dieser Aktion, Britta Heidemann, Fecht-Olympiasiegerin und Moritz Fürste (Hockey-Olympiasieger), die prämierten Vereine auszeichnen. Und mit einen 5000-Euro-Scheck überreichen. ECC-Präsident Marcel Brandt sprach von einer „Würdigung der Arbeit unser Trainer und Übungsleiter.“ Der Zuschuss werde für „dringend notwendige Trainingsmaterialien und zur Finanzierung von Trainingslagern für Kinder und Jugendliche“ eingesetzt.

Michael Vesper, DOSB-Vorstandsvorsitzender und Jury-Mitglied, lobte das „hohe Niveau und den Einsatz für die Stars von morgen “ bei den ausgewählten Vereinen. Beim EC Chemnitz stieg die Mitgliederzahl auf 170, darunter 25 Kadersportler. Schon Fünfjährige erhalten die Möglichkeit, in Trainingsgruppen „mit zu rutschen“. Der Preis könne auch die „breite Öffentlichkeit“ aufmerksam machen. In Chemnitz kämpfte man schon länger um eine Teilüberdachung der Eisbahn.

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