Chemnitz KiskerShorttrack-Impression aus Chemnitz. Foto: Martin Kisker, ETRDie letzte Station für die Shorttrack-Junioren heißt Hasselt. Und das Europacup-Finale im flämischen Belgien ist der Saison-Höhepunkt für die Sportler der verschiedenen Altersklassen, vor allem für die „Kids“ ein seltenes Zusammentreffen mit den Besten der anderen Nationen. Das ist viel mehr als Reinschnuppern, sondern Kräftemessen auf hohem Niveau. Für den DESG-Nachwuchs eine zwingende Herausforderung, sich frühzeitig zu stellen. Elf deutsche Sportler aus den Bereichen Senioren (+18), Junioren A/B/C/D gehen von Freitag bis Sonntag an den Start. Betreut von Junioren-Bundestrainer Diana Scheibe, die am letzten Wochenende bei den JDM in Chemnitz aufmerksame Beobachterin war.

Die Eisschnelllauf-Talente der DESG ließen bei ihrem Saison-Showdown auf gewohnt schnellem Berliner Eis nochmals aufhorchen. Beim dritten Deutschland-Cup „verabschiedete“ sich zum Beispiel Lukas Mann von den A-Junioren mit 6:51,28 Minuten über 5000 m. Bundestrainer Jan Coopmans sah auch einen starken Paul Galczinsky, der auf der Mittelstrecke seinen in Inzell aufgestellten Deutschen Rekord nur um drei Zehntel verfehlte. 1:50,65 über 1500 m. Ole Jeske unterstrich seine „Sprint-Perspektiven“ (Coopmans). Für den erst 17-jährigen Max Reder (Junioren B) notierte der Coach über 500 Meter flotte 36,86 Sekunden. Über 1000 m blieben die Uhren bereits bei 1:12,60 Minuten stehen. Bei den jungen Damen lief Lea-Sophie Scholz im Sportforum erstmals unter 42 Sekunden: 40,77. Zwischen den Nachwuchskräften ermittelten die „Neu-Senioren“ die DESG-Titelträger im Mehrkampf – parallel zum Weltcupfinale der Elite. Michelle Uhrig mit 170,457 Punkten und Felix Maly (155,711) deuteten einmal mehr an, dass die im olympischen Winter den nächsten Schritt nach oben unternehmen können. 

DD VorbereitungDer Shorttrack-Sound - vom 11-jährigen DJ BastiQDas ist wohl nur im Short Track möglich: Auf fast allen Distanzen gab es bei den 42. Weltmeisterschaften in Rotterdam neue Titelträger. Nur über 500 m stand die Chinesin Kexin Fan wieder oben auf dem Treppchen. Am WM-Schlusstag heizte DJ Martijn La Grouw die fast 8000 Zuschauer im Sportpalast Ahoy ein, die vor allem mit den Oranje-Kurvenkratzern litten.

CoachesJan van Veen (r.) und Danny Leger - kein Ende in Sicht.
Foto: DESGphoto/Lars Hagen
Urlaub stehe erst mal nicht an, sagte Jan van Veen beim Abschied in Stavanger. Es gelte die Saison exakt „zu analysieren“. Seine erste an der Spitze der DESG-Trainerschaft. Die unter dem Streich erfolgreicher war als erwartet, ein Plus gegenüber dem tristen Winter 2015/16. Mit neun Weltcup-Podestplätzen, darunter zweimal Gold (Nico Ihle über 500 m). Zudem eine Einzelstrecken-WM mit dreimal Edelmetall. Der erste Schritt im neuen Prozess – und zwar in die entsprechende Richtung.

Tschuss NicoNico verabschiedet sich in die Vorbereitung auf die olympische Saison. Foto: DESGphoto/Lars HagenWen sollte man feiern, am letzten Tag des Weltcup-Winters? Vorschlag I: Heather Bergsma, die über 1000 und 1500 m die Gesamtwertungen gewann, zudem die Gesamtaddition der Saison. Ein echter Zahltag (50 000 $) für die Amerikanerin. II: Die Japanerinnen, die (unter neuem niederländischen Trainer) wie Phönix aus der Asche emporstiegen: die superschnellen Damen um Nao Kodaira belegten die ersten drei Plätze bei der 500-m-Abrechnung. III: Und natürlich die Oranje-Jungs: wieder Gold, Silber, Bronze (und Rang 4) beim zweiten Sprint. Auch die DESG-Athleten verabschiedeten sich durchaus erfolgreich in die Pause. Die Teamsprinter durften aufs Bronzepodium (hinter Holland und Kanada). Claudia Pechstein (45) wurde Fünfte im Massenstart. Roxanne Dufter lief mit Saisonbestzeit (1:58,08 Minuten) auf Platz 8 über 1500 m. Die mäßige WM hatte die 25-Jährige abgehakt. Sie spricht von den Möglichkeiten, künftig unter die Top 6 zu skaten. Wenn die Technik auch auf den letzten 500 m voll zum Tragen kommt.

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