Gabi 1500 MdJGabi: Das lief noch nicht so richtig. Foto: Martin de Jong
Ein neuer Tag im – diesmal nur halbbesetzten - Gangneung Oval und doch business as usual im Eischnelllaufen. Platz 1 und 3 über 1500 m der Damen für Oranje. Ireen Wüst, die Unglaubliche, vergoss Tränen nach ihrem neuerlichen Olympia-Coup. Das rückten die Kameras ebenso ins Licht wie die Fingernägel in den Nationalfarben. Fast schon vergessen damit, wie vorsichtig die Schaatser-Nation ihre Chancen prognostiziert hatte: aber offenbar steht ein neuer niederländischer Husarenstreich durch die fünf Ringe bevor.

Judith EinkleidungJudith: Aller guten Dinge sind...vier. Foto: DESG-PresseJudith Dannhauer hat mit Olympia so ihre besonderen Erfahrungen. Mal nach einem Fehlstart disqualifiziert (in Sotschi), ein indiskutabler Rang (23.) in Vancouver. 19. wurde sie 2006 in Turin. „Also muss mein Ziel die beste 500-m-Platzierung bei den Spielen sein. Müsste eigentlich möglich sein“, meint die Sprinterin. Am Mittwoch startet die Erfurterin über 1000 m auf ihrer „Nebenstrecke“, am 18.2. geht es auf der kurzen Distanz wirklich zur Sache. „Was soll ich sagen, die Form ist gut. Da müsste das beste Rennen des Winters am Tag X möglich sein.“

SvenKramer picturealliance"König" Sven rückt die Verhältnisse zurecht.
Foto: picture alliance/CITYPRESS 24
Es war ein stimmungsvoller Tag im zum zweiten Mal vollbesetzten Gangneung Oval, der Heimat der olympischen Eisschnellläufer bei den Winterspielen. Als der koreanische Goldjunge von 2010 (über 10 km), Seung Hoon Lee - am Ende guter Fünfter - seinen Lauf gewann, tobten seine Fans. Good Vibrations am coastal cluster, wie bei einem Fußballmatch. Dann übernahm die niederländische Kultband Kleintje Pils die musikalische Regie, ein Rapper setzte noch eins drauf. Und nun betrat seine Eis-Majestät Sven Kramer die „Bühne“. Gewann das Duell gegen Patrick Beckert deutlich und holte sein drittes Olympia-Gold über 5000 Meter. Seine Anhänger verneigten sich. Geht eigentlich noch mehr? Die deutschen Hoffnungen hielten bis zu den letzten beiden Paaren, doch Patrick Becker als Zehnter in 6:17,01 Minuten und Moritz Geisreiter (6:18,34/12.) blieben hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Abgeschrieben für die 10 km sind sie aber keineswegs.

Claudia Mixed ZoneClaudia souverän in der Mixed Zone. Foto: DESG-PresseAls einen „Kampf der Generationen“ hatte die ISU das erste olympische Damen-Rennen angekündigt. Über 3000 m, der Zweitstrecke von Claudia Pechstein. Die „Veteranin“ contra junge Hüpfer. Am Ende konnte die 45-jährige Berlinerin als Neunte mit „einem guten Training unter Wettkampfbedingungen“ zufrieden sein. Dass mit der 28-jährigen Niederländerin Carlijn Achtereekte eine Sportlerin „mittleren Alters“ und ohne ganz überragende Meriten gewann, erstaunte genauso wie der nur vierte Rang für Martina Sáblíková - 2010 und 2014 war sie unschlagbar. Und: Gold, Silber, Bronze für Oranje, Business as usual, jedoch gerade bei den Damen so nicht prognostiziert.

Der erste Tag der 23. Olympischen Winterspiele ist geschafft. Und das auch mit dem guten Auftakt auf der kurzen Bahn. Über die 500 m gingen sowohl Bianca Walter als auch Anna Seidel in den Heats an den Start. Beide mussten gegen starke Gegnerinnen mindestens Platz 2 gewinnen um ins Viertelfinale (am Dienstag) einziehen zu können.

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