170719 Onlinebanner 470x70 Eisschnellauf

Gruppenbild ToskanaST-Team in der Toskana. Foto: TeamDie Shorttracker zeigten sich einig: „Das war das beste Trainingslager bisher.“ Hinter den deutschen Kurvenflitzern (Sportler der A- und B-Gruppe) liegen knüppelarte Einheiten, da vermochte die idyllische Landschaft der Toskana nur sekundär für Ablenkung zu sorgen. Bundestrainerin Diana Scheibe fasst die Maßnahmen in Castagneto zusammen. „Ja nach Athlet wurden zwischen 500 und 800 km auf dem Rennrad heruntergespult. Wir hatten fast immer gutes Wetter und konnten deshalb alle Einheiten absolvieren.“ Es galt, die Grundlagen zu verbessern: auf dem Bike, bei Imitationen, mit den Geräten. Die hatten übrigens die gleichzeitig in der Toskana, aber in einem anderen Hotel untergebrachten Eisschnellläufer von Coach Jan van Veen mitgebracht: Hanteln, Stangen, Gewichte. Auf dem Basketballfeld oder den beiden Kunstrasen-Plätzen wurde – getrennt – angepackt. Neben täglich 2 ½ bis 4 Stunden Biken, zunächst flach am Meer, später in den Hügeln der Toskana, standen auch Gespräche auf dem Programm. Thema: Die Zielstellungen vor allem in der bevorstehenden olympischen Saison.

Milz bearbeitetChristoph Milz, Mitglied der Technischen Kommission der ISU. Foto: privatEine gute Personalentscheidung für die DESG stellt die aktuelle Berufung von Christoph Milz in die technische Kommission der ISU in Sachen Short Track dar. Der Allgäuer, ehrenamtlicher Coach des EC Oberstdorf, gehört dabei – neben Natalie Lambert (Kanada), Satoru Terao (Japan), Xu Xun (China), Reinier Oostheim (Niederlande) sowie dem berufenen belgischen Coach Wim de Deyne - zur exklusiven TK des Weltverbandes. Milz, seit seinem zehnten Lebensjahr auf den kurzen Kufen im Einsatz, Mitglied der deutschen WM-Silber-Staffel von 2011, zuletzt Aktivensprecher, verfügt damit über Stimmrecht bei den Sitzungen des Ausschusses. Nach einer ISU-Anfrage hatte er seine Bewerbung vorgelegt. „Ich hoffe, mich im Interesse der Athleten einzubringen, die Wünsche der Sportler u.a. bei Fragen zum Regelwerk, der Sicherheit und der Weltcups einzubringen“, umreißt er seine Funktion.

Trainerseminar Kienbaum17Geballte Trainerkompetenz in Kienbaum. Foto: DESG-PresseBilanz und Ausblick. In Kienbaum, wo sich oft Deutschlands Elite in Form bringt, bezogen die Trainer der DESG Stellung zum abgelaufenen Jahr und zu den Erkenntnissen für die Olympia-Vorbereitung. Den Kernsatz formulierte Sportdirektor Robert Bartko: „Unsere Bilanz zeigt sich deutlich verbessert. Mit Medaillen bei WM und Junioren-WM, Weltcup und Junioren-Weltcup.“ Defizite „in der Breite und auf einigen Strecken“ galt es dennoch zu konstatierten. Inmitten des schwierigen Prozesses, konstant nach dem Leistungsprinzip weiter handeln. Was laut Bartko den Verband bei der bevorstehenden Strukturreform in eine gute Position hievt. „Wir greifen (mit den eingeleiteten Maßnahmen) dem Prozess vor.“ Auch der DOSB zeigte im Bundesleistungszentrum Präsenz. Es gelte, den nationalen Abwärtstrend im deutschen Sport zu stoppen, mahnte Martin Veith. Ab 2019 beginne die Umsetzung der Reformen, alle Verbände stehen auf dem Index.

2017 01 21 0625Robert Lehmann - auf Erfolgskurs mit den Junioren.
Foto: DESGphoto/Lars Hagen
Er startete dreimal bei Olympischen Spielen, in Turin, Vancouver, Sotschi. Er ging stets offen mit der eigenen Leistung um – und eigentlich hatte man nach dem Karriere-Ende von Robert Lehmann zunächst News über ungewöhnliche Bike-Ausflüge des ambitionierten Pedaleurs erwartet. Es kam anders. In dieser Saison etablierte sich der 33-Jährige innerhalb der DESG-Trainerriege. Er betreut am Standort Berlin den Nachwuchs – seine Schützlinge räumten auf nationalem Eis massiv ab. „Wir stehen besser da als vor zwei, drei Jahren“, sein Zwischenfazit.

Erik Bouwman JuniorenErik Bouwman, neuer Junioren-Bundestrainer. Foto: DESGBei der DESG bleibt Niederländisch zweite „Amtssprache“. Der Verband berief Erik Bouwman zum neuen verantwortlichen Bundestrainer Nachwuchs im Bereich Eisschnelllaufen. Der 44-Jährige aus der Provinz Groningen war von 1990 bis 2002 auf der Langbahn aktiv – und startete auch für Tschechien. Seine Bestmarken von 36,55 Sekunden (500 m) und 1:11,27 Minuten (1000 m) waren damals nationale Rekorde. Bouwman, Vater von Zwillingen, gehörte anschließend zum Betreuerstab des NL-Nachwuchses (Jong Oranje) und wechselte später nach Südkorea, arbeitete erfolgreich u.a. mit Sprint-Superstar Sang-Hwa Lee zusammen, ehe seine modernen Methoden den Verbands-Oberen offenbar missfielen.

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