".... mitunter jahrelang auf die Auszahlung von Weltcup-Prämien ...."
Was die ARD während der Olympischen Winterspiele über die DESG gesendet hat, hält einer einfachen Faktenprüfung nicht stand.
Das haben bereits die ersten beiden Teile meiner Serie gezeigt – und auch heute wird es nicht anders sein.
Die Berichte der sogenannten investigativen Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus enthalten eine Reihe von Behauptungen, die bei genauer Betrachtung zusammenfallen wie ein Kartenhaus beim leichtesten Luftzug.
Im ARD-Beitrag vom 09.02.2026 heißt es: „Vertraulich erfahren wir, dass manche Athleten sich beklagen, mitunter jahrelang auf die Auszahlung von Weltcup-Prämien warten zu müssen. Nicht selten vierstellige Beträge.“
Dieser Satz klingt dramatisch. Ein kurzer Blick in die Zahlungsübersichten reicht jedoch aus, um festzustellen: Erneut ganz schlecht recherchiert, meine Herren. Denn die Fakten sind andere: Kein Athlet und keine Athletin hat jahrelang auf eine Prämienzahlung warten müssen. Der längste dokumentierte Zeitraum zwischen Zahlungseingang der ISU-Prämien bei der DESG und der Weiterleitung an einen Athleten beträgt 476 Tage. Das ist zweifellos alles andere als ideal. Aber dort, wo Menschen arbeiten, können auch Fehler passieren.
Der entscheidende Punkt ist jedoch ein anderer: 476 Tage sind nicht gleichbedeutend mit “jahrelang”. Ein Blick in den Duden hätte zwecks Definition genügt: „mehrere, viele Jahre lang“, heißt es dort. Aber selbst, wenn man der ARD zugutehalten wollte, dass eine solche Dudenrecherche für investigative Journalisten nicht zumutbar ist und diese daraus resultierend in dem Irrglauben waren, 476 Tage seien bereits „jahrelang“, bleibt ein unlösbares Problem: Dann gäbe es immer noch nicht „manche Athleten“, sondern genau einen einzigen Athleten, der so lange auf eine Zahlung warten musste.
Daraus etwas anderes zu konstruieren, ist nicht nur eine Übertreibung – es ist schlicht falsch. Oder deutlicher gesagt: eine glatte Lüge. Noch absurder wird es im zweiten Teil des Satzes. Dort heißt es: „Nicht selten vierstellige Beträge.“ Diesen Satz muss man wirklich einmal zu Ende denken. Wie kann ein Athlet, der ein einziges Mal länger als ein Jahr auf seine Prämienzahlung warten musste, „nicht selten“ auf vierstellige Beträge gewartet haben?
Lieber Herr Seppelt, lieber Herr Mebus, liebe ARD: Wie oft von einmal ist eigentlich „nicht selten“? Und was genau passierte dann in den seltenen Fällen? Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man über eine solche Berichterstattung fast lachen. Für die DESG ist dieser Unsinn jedoch alles andere als amüsant.
Wir empfinden eine solche Berichterstattung als boshaft und niederträchtig. Und sie wirft erneut die grundsätzliche Frage auf: Wer überprüft innerhalb der ARD die Arbeit ihrer sogenannten investigativen Journalisten? Denn wenn eine solche Überprüfung stattgefunden hätte, wäre dieser Satz wohl nie gesendet worden.
Das Gleiche gilt übrigens für die Berichterstattung über angebliche Ungereimtheiten bezüglich der DESG-Haushaltspläne. Mit den Fehlern in dieser hanebüchenen Darstellung beschäftigen wir uns in Teil 4, der am kommenden Montag online gehen wird.


