Ideen- und Kummerkasten     Startseite     Login     Impressum     Datenschutz     Suche
 
BannerbildBannerbildBannerbild
Link verschicken   Drucken
 

In eigener Sache

20. 07. 2020

von Daniel Gäsche, DESG-Pressesprecher

 

Der Neustart der DESG unter der Führung des kommissarischen Präsidenten Matthias Große beschert dem Verband derzeit eine zuletzt ungewohnt hohe mediale Aufmerksamkeit. Ich versuche nach und nach alle eintreffenden Presseanfragen zu bearbeiten und manchmal wird es dabei auch etwas kurios.

 

So erhielt ich jüngst eine Mail eines ehemaligen Eisschnellläufers und Autoren einer überregionalen deutschen Tageszeitung. Darin wurden ein Dutzend zum Teil sehr detaillierte Nachfragen zur Pressekonferenz von Matthias Große formuliert – mit dem Hinweis, diese Fragen würden für ein großes deutschen News-Onlineportal gestellt.

 

Als die Antworten nicht im in der Mail vorgegebenen Zeitfenster vorlagen, drückte der Fragensteller am Morgen des vergangenen Freitags, 18. Juni 2020, 7.15 Uhr, in einer weiteren Mail aus, dass er „überaus bedrückt“ sei, bislang nichts von mir gehört zu haben. Leider könne er nur Antworten berücksichtigen, die ihn „bis heute Vormittag erreichen“ würden.

 

Nun, besagter Journalist, hat bis jetzt keine Antworten auf seine Fragen bekommen. Grund: Sein vierwöchiges Praktikum beim von ihm zitierten Onlineportal ist abgelaufen und nach Aussage des Sportchefs vom besagten Portal (Stand: vergangenen Freitag, 12.10 Uhr), hatte der Journalist von ihm auch keinen Auftrag erhalten, die Fragen für das Online-Portal zu stellen.

 

Meine Mailanfrage an den Fragensteller, ob er mir die Hintergründe zu seiner Anfrage erläutern könne bzw. wolle, blieb unbeantwortet. Auch auf meine Bitte hin, mir seine Telefonnummer zukommen zu lassen, erhielt ich bis jetzt keine Resonanz.

 

Allerdings meldete sich der Sportchef am heutigen Montag um 11.00 Uhr nochmals per Mail, um darzulegen, dass er die Fragen (er hatte darum gebeten, diese samt Mailverkehr zwischen mir und seinem Ex-Praktikanten zu erhalten) nicht schlecht fände und einen kleinen Artikel in den kommenden Tagen dazu online stellen wolle. Vielleicht bekäme man ja zwei, drei Fragen beantwortet.

 

Da auch ich die gestellten Fragen durchaus interessant fand, hatte ich sie übers Wochenende bereits von Matthias Große vollumfänglich beantworten lassen und möchte dieses Interview nun den DESG-Mitgliedern und -Freunden und allen Interessierten nicht vorenthalten. Dazu habe ich die Fragen zunächst in eine persönliche Ansprache gebracht. An einigen Stellen wurde zudem verknappt, ohne den inhaltlichen Kern zu verändern. Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung bei der Lektüre. Die Kollegen des besagten Online-Portals können sich aus dem Material gerne bedienen und aus zwei, drei Antworten einen kleinen Artikel online stellen.

 

„Wir werden uns auf allen Ebenen verbessern“

 

Frage: Erik Bouwman hat Rechtsmittel wegen seiner Entlassung angekündigt. Wie ließen sich evtl. Abfindungszahlungen eines notorisch klammen Verbands gegenüber der Öffentlichkeit, also dem Steuerzahler, und auch innerhalb der Strukturen des DOSB politisch verargumentieren?

Matthias Große: Wie kommen Sie darauf, dass dem ausgeschiedenen Bundestrainer eine Abfindung zustehen könnte? Selbstverständlich ist sein Arbeitsvertrag juristisch geprüft worden und mein Anwaltsteam ist sich sicher, dass keine Abfindung zu leisten ist. Es ist das gute Recht von Herrn Bouwman dies anders zu sehen und die Gerichte zu bemühen. Sollte ihm auf diesem Weg wider Erwarten eine Zahlung zugesprochen werden, können Sie die Frage gerne noch einmal an mich herantragen.

 

In Ihrer erweiterten zweiten Bewerbung zum Präsidenten erwähnen Sie "insgesamt rund 25 Videos" mit internationalen Grußworten für Ihre Kandidatur, die Sie im Vorfeld des außerordentlichen Verbandstages veröffentlichen möchten. Sie führen diese internationalen Stimmen als Antwort auf diejenigen an, die Sie für das Amt des Verbandspräsidenten für ungeeignet halten. Warum sollten – abgesehen der ehemals von der DESG beschäftigten Trainer Schouten und Coopmans – EisschnellläuferInnen aus dem Ausland Ihre Qualifikation für die Führung eines nationalen Verbandes beurteilen können?

Es ist zu kurz gedacht, wenn man glaubt, die Arbeit als Präsident eines olympischen Spitzenverbandes beschränke sich auf das verbandsinterne oder nationale Wirken. Es kommt nicht von ungefähr, dass die DESG im internationalen Wettkampfkalender der Eisschnellläufer nicht mehr vertreten ist. Die Videobotschaften der Athleten und Trainer anderer Nationen in Bezug auf meine Präsidentschafts-Kandidatur unterstreichen meine Reputation, die ich mir im zurückliegenden Jahrzehnt in der internationalen Eisschnelllauffamilie erarbeitet habe. Es freut mich sehr, einen solchen Zuspruch zu erhalten und stelle ihn gerne all jenen zur Verfügung, die meinen, ich würde überall Angst und Schrecken verbreiten.

 

Auf der jüngsten PK sagten Sie, Sie würden noch in den Sportausschuss kommen, es gäbe dazu Gespräche mit einer Partei. Um welche Partei handelt es sich dabei?

Wenn die Einladung ausgesprochen ist, wird dies von Seiten der Partei kommuniziert. Ich bitte um Verständnis, dass ich dem nicht vorgreifen möchte.

 

Sie ziehen regelmäßig Vergleiche zum Fußball, etwa: Beim FC Bayern hätten die Spieler auch kein Mitbestimmungsrecht, wer im Aufsichtsrat sitzt. Möchten Sie tatsächlich den Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft mit über 1.000 Angestellten mit dem Ehrenamt eines kleinen olympischen Verbandes in einer Randsportart vergleichen? Kommt es Ihrer Meinung nach bei einem Verband dieser Größe, wo sich quasi jeder kennt, nicht vielmehr auf ein freundschaftliches Miteinander und Mitspracherecht für alle an? 

Eine solche Frage kann in meinen Augen nur ein Sozialromantiker stellen. Für Sie mag die DESG ein kleiner olympischer Verband sein. In meiner Herangehensweise an das Amt des Präsidenten ist die DESG ein olympischer Spitzenverband innerhalb des DOSB. Und nein, meiner Meinung nach kommt es innerhalb eines solchen Spitzenverbandes nicht vorrangig auf ein freundschaftliches Miteinander und Mitspracherecht für alle an, sondern es müssen vor allem der Leistungssport und dessen Optimierung sowie Professionalisierung auf allen Ebenen im Fokus stehen. Spitzenleistungen können nicht in einer reinen Wohlfühloase gedeihen. Der Verband hat mindestens ein Jahrzehnt lang versäumt, sich zu professionalisieren. Die Strukturen sind überaltert, die aktuelle Satzung nicht zeitgemäß, die neu erarbeitete nicht rechtskonform, die sportliche Krise allgegenwärtig und die finanzielle Situation existenzbedrohend. Ein ganzes Jahrzehnt lang hat man sich sehenden Auges immer weiter in diesen Strudel des Niedergangs hineinziehen lassen. Niemand hat daran etwas ändern können oder wollen. Wo waren denn all die, die jetzt ein mangelndes Mitspracherecht beklagen, als es darum ging, den Verband vor dem Untergang zu bewahren? Am mangelnden Mitsprachrecht kann es scheinbar nicht gelegen haben, dass nicht schon früher Lösungswege aufgezeigt bzw. gefunden wurden. Dieser Mangel wird ja erst beklagt, seitdem ich kommissarischer Präsident bin, klare Kante zeige und die existenzsichernden Finanzmittel akquirieren konnte. Ich habe es schon im Interview mit der FAZ (Ausgabe 29.06.2020) betont und wiederhole es hier gerne noch einmal: Das Haus DESG brennt seit zehn Jahren und viele Menschen schauen diesem Brand untätig zu. Nun komme ich und sage: Ich bin bereit, zu löschen. Und die Athletensprecher Moritz Geisreiter und Leon Kaufmann-Ludwig sagen: Der Feuerwehrmann passt uns nicht. Der macht das nicht richtig. Derzeit nutzen die beiden scheinbar jede Möglichkeit, um meine Arbeit zu diskreditieren. Sie versuchen hierbei stets den Eindruck zu erwecken, sie sprächen im Namen der Athleten, die sich in einer Umfrage negativ zu meinen Ambitionen als Präsident geäußert hätten. Was die beiden dabei allerdings verschweigen ist die Tatsache, dass sie die Umfrage mit den Worten eingeleitet haben, sie würden „sehr kritisch auf Matthias Große als Präsidentschaftskandidat blicken und ihn nicht für einen geeigneten Kandidaten halten, wenn es Alternativen gibt.“ Welchen Wert bitte schön, soll eine Umfrage haben, die derart „neutral“ anmoderiert wird? Keiner der beiden hat bislang persönlich mit mir gesprochen, trotzdem führen sie einen öffentlichen Feldzug gegen mich. Der eine, Moritz Geisreiter, hat mir in einer Mail Ende des zurückliegenden Monats einen Vorschlag unterbreitet. Er wolle mit mir in Inzell „jenseits von Presse und Medien“ besprechen, wie „wir für die SportlerInnen konstruktiv anpacken können!“ Wie ein solches „jenseits von Presse und Medien“ im Vorfeld meines Besuchs in Inzell am 24. Juli 2020 aussieht, konnte jeder erleben, der das Interview des Athletensprecherduos auf dem Onlineportal der Süddeutschen Zeitung vom 15. Juli gelesen und dessen mediales Echo verfolgt hat. Dort wird zum wiederholten Mal die Entlassung von Erik Bouwman kritisiert und von angeblichen Ängsten der Athleten berichtet, sie könnten ihren Kaderstatus verlieren, wenn sie ihre Meinung äußern würden. Wenn es solche Ängste tatsächlich geben sollte, liegt dies an der mangelnden Aufklärung durch die Athletensprecher. Moritz Geisreiter räumt im SZ-Interview bei der Bewertung der öffentlichen Statements des Ex-Bundestrainers über Claudia Pechstein selbst ein, dass man sich „mit dieser Wortwahl natürlich nicht äußern“ dürfe. Diese Einsicht begrüße ich ausdrücklich. Angeblich, so der Athletensprecher weiter, teile Bouwman diese Ansicht auch. Es habe deshalb eine Aussprache gegeben und die Sache sei beigelegt gewesen. Und genau an dieser Stelle irrt Moritz Geisreiter gewaltig oder verbreitet bewusst Fehlinformationen. Denn die Sache ist bis heute nicht beigelegt, weil es nach der angebliche Aussprache, die von Verbandsseite am 12. Dezember 2019 kommuniziert wurde, in aller Öffentlichkeit eine weitere diskreditierende Attacke Bouwmans auf die Athletin gegeben hat. Und zwar am 27. Februar 2020. Zu diesem Zeitpunkt lag die angebliche Aussprache bereits zweieinhalb Monate zurück. Um mit dieser Legende also endgültig aufzuräumen: Erik Bouwman ist nicht entlassen worden, weil er seine Meinung geäußert oder Kritik geübt hat. Beides gehört zum gesunden Miteinander einer Verbandskommunikation. Vielmehr hat er als leitender Angestellter der DESG eine Sportlerin des Verbandes in der Öffentlichkeit wiederholt massiv diskreditiert, aufs Gröbste gegen den Fairplay-Kodex verstoßen und sich mehrfach verbandsschädigend verhalten. Um es mit Moritz Geisreiter zu sagen: „Mit dieser Wortwahl“ darf man sich „natürlich nicht äußern.“ Und ich sage: Richtig, Moritz! Wenn man es trotzdem macht und zwar mehrfach, dann darf und kann so etwas nicht toleriert werden. Die Kündigung Bouwmans war die logische Konsequenz seines eigenen wiederholten Handels. Die Athletensprecher täten zum Wohle des Verbandes gut daran, sich an die Fakten zu halten und keine nachweislich falschen Abläufe zu kommunizieren.

 

Wie viele Wettkämpfe, an denen Ihre Lebensgefährtin Claudia Pechstein nicht teilgenommen hat, haben Sie besichtigt?

Ich habe im Laufe des vergangenen Jahrzehnts unzählige Rennen live am Eisoval verfolgt, bei denen Claudia nicht am Start stand. Ich bitte um Entschuldigung, dass ich über die genaue Anzahl nicht Buch geführt habe. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass dies einmal von Relevanz sein könnte.

 

Neben Claudia Pechstein und Michelle Uhrig haben Sie Victoria Stirnemann immer wieder als erfolgreiches Beispiel angeführt, ebenso deren Mutter als Trainerin. Allerdings stagniert die Leistung von Victoria (Bsp. 1.500m: PB von 2018 2:02:04, SB 2019: 2:02:51). Kann das ein Nachweis besonders guter Arbeit sein?

Wir sollten Vergleiche von einzelnen Saisonbestzeiten nicht zu hoch hängen. Victoria Stirnemann ist ohne Frage eines der größten Talente unseres Verbandes. Ich freue mich sehr, dass sie als Juniorin Teil unseres neuen Damenteams ist, das sich innerhalb der ersten vier Wochen meiner Amtszeit formiert hat. Dieses Quartett ist ein Beleg für unseren eigenen Anspruch: Wir werden uns auf allen Ebenen verbessern! Dass sich Victoria zukünftig gemeinsam mit Josie Hofmann, Claudia Pechstein und Michelle Uhrig als Team Germany bei den Weltcups wieder der Konkurrenz stellen wird, ist ein wichtiger Forschritt gegenüber der Vorsaison, als der Team Pursuit sträflich vernachlässigt wurde. Ich bin guter Dinge, dass alle vier von den gemeinsamen Trainingseinheiten profitieren werden. Und sie so auch zu den Nutznießern meiner Präsidenten-Initiative „Kufenträume 2022 – 2026“, avancieren können, die ich auf einer PK im August vorstellen werde. Ich schaue nach vorne und lasse mich gerne daran messen, ob in der Zukunft Fortschritte erkennbar werden oder nicht.

 

Die Leistungsentwicklungen bei den Deutschen Meisterschaften zeigen ähnlich wie die Einzelergebnisse bei den Juniorenweltmeisterschaften (z.B. Lukas Mann) eine erfolgreiche Tendenz im Nachwuchsbereich. Wieso wollen Sie daran etwas ändern?  

Eingeleitete Veränderungen zielen einzig und allein darauf ab, positive Leistungsentwick-lungen zu forcieren. Während meiner Amtszeit werde ich alles daransetzen, den Athleten optimierte Bedingungen zu verschaffen. Das gilt sowohl für das Training auf dem Eis als auch für alle Maßnahmen, die das Drumherum betreffen. Deshalb habe ich als erste Amtshandlung auch den von den Athleten sehr geschätzten Sportmediziner Dr. Gerald Lutz wieder als Verbandsarzt eingesetzt. Denny Ihle hat sich dazu erst kürzlich wie folgt auf Facebook geäußert:

Das jemand wie Gerald, eine Koryphäe seines „Handwerks“, sich wieder dem Eisschnelllauf widmet, ist bereits ein Zugewinn höchsten Grades und hat sicherlich viel Fingerspitzengefühl benötigt! Jeder, der seine Freizeit für den Sport opfert, sollte mit Respekt behandelt werden. Ich selbst war nach einer schweren Verletzung in der glücklichen Lage, seine Fachkenntnis in Anspruch nehmen zu dürfen! Medizinische Versorgung im Spitzensport ist ein Muss und unerlässlich! Allein diese Handlung war ein Schritt in die richtige Richtung!“


Solche klaren Statements bestärken mich in meinem Handeln. Ich kann versprechen, dass weitere Schritte in Vorbereitung sind, die den Athleten und den Leistungszentren zugute kommen werden. Detaillierte Infos dazu gibt es bereits in Kürze.

 

Sie beklagen das fehlende Interesse am Eisschnelllauf gerade im Nachwuchs, etwa in Ihrem Interview mit der FAZ. Kennen Sie die bisherigen Maßnahmen des Verbandes zur Akquise und Zahlen zu Sichtungen? Auch im Vergleich mit anderen Sportarten?  

Nicht nur ich beklage das fehlende Interesse am Eisschnelllaufen, gerade im Nachwuchs, sondern sehr viele, die sich für unseren Sport begeistern. Vergleiche zu anderen Sportarten – bei denen vielerorts die gleichen Sorgen vorherrschen – bringen uns nicht weiter. Wir müssen und wir werden selbst Initiative zeigen. Das gilt übrigens gleichermaßen für Eisschnelllaufen und Shorttrack. Dazu habe ich in meiner Bewerbung als Präsident bereits wie folgt Stellung bezogen:

Deshalb sieht mein Konzept zur Gewinnung von Nachwuchs regelmäßige „Erlebnistage mit echten Medaillengewinnern“ vor. Hierzu muss in völlig neue Bereiche vorgestoßen werden. Es wird wichtig sein, Kontakte zu Presse, Funk und TV jenseits der üblichen Sportberichterstattung zu knüpfen und so Medienpartner zu gewinnen, die solche Erlebnistage nicht nur begleiten, sondern im Vorfeld auch breitenwirksam ankündigen.

Ziel muss es sein, Jungs und Mädchen zum gemeinsamen Eislaufen mit Anna Seidel, Gunda Niemann-Stirnemann, Claudia Pechstein, Daniela Anschütz-Thoms, Nico Ihle oder Patrick Beckert zu begeistern. Die Galionsfiguren des Verbandes zum „Anfassen“, samt gewonnener Medaillen: Solche Events mit Fotos, Video und Reportagen von erfolgreichen DESG-Athleten mit strahlenden Kids auf Kufen, die das gewonnene Edelmetall bestaunen, erfüllen gleich in mehrfacher Hinsicht ihren Zweck:

  • sie rücken die Leistungsstützpunkte ins öffentliche Interesse
  • sie führen Kinder ans Eislaufen heran
  • schaffen Vertrauen bei den Eltern der Kinder
  • helfen, das arg angekratzte Image des Verbandes aufzupolieren
  • erhöhen die Wahrscheinlichkeit, neue Sponsoren zu gewinnen

 

Dabei darf die Präsenz der ehemaligen und aktuellen DESG-Stars keine Eintagsfliege bleiben. Die Kinder, die nach dem „Schnupper-Event“ bei der Stange bleiben, müssen das Gefühl bekommen, dass ihr Engagement Wert geschätzt wird. Das heißt, sie erhalten bei dem einen oder anderen Training Besuch jener Stars, die sie persönlich kennengelernt haben oder dürfen umgekehrt mal beim Training ihrer Vorbilder zuschauen, Fragen stellen und „fachsimpeln“.  

 

In ebenjenem Interview mit der FAZ sprechen Sie auch davon, der Expertise der eigenen Trainer zu vertrauen und mit Bezug auf Ihren offenen Brief wollen Sie den engen Austausch mit "verdienten Erfolgstrainern aus der DESG-Historie wie Joachim Franke, Stephan Gneupel oder Thomas Schubert" suchen. Sind diese Trainer wegen ihres damaligen Desinteresses an der Nachwuchsarbeit nicht auch mit verantwortlich für die derzeitige Lage? Die Trainingswissenschaften entwickeln sich beständig weiter. Die zweifelsfrei großen Erfolge der Genannten liegen Jahre zurück. Haben sie sich auf dem aktuellen Stand gehalten? Sind ihre methodischen Vorstellungen zeitgemäß? Auf welcher Grundlage können Sie Trainingsmethodik beurteilen?

 

Man muss lediglich seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, um darauf zu kommen, verdiente Trainer der DESG um ihre Expertise zu bitten. In Ihrer Frage erwähnen Sie selbst „die zweifelsfrei großen Erfolge“, die die DESG während der Amtszeit dieser Trainergilde feiern durfte. Wir könnten uns dankbar schätzen, wenn unsere EisschnellläuferInnen derzeit auch nur im Ansatz an diese goldenen Zeiten anknüpfen würden. Es entzieht sich meiner Kenntnis, wie Sie die Behauptung aufstellen können, die genannten Trainer hätten damals Desinteresse an der Nachwuchsarbeit gezeigt. Im Gegenteil: Damals wurden noch Weltklasseathleten geformt. In jungen Jahren übernommen und durch akribische, systematische und hingebungsvolle Arbeit an die Weltspitze geführt. Darauf wird es auch in Zukunft ankommen. Ich bin mir sicher, dass die Erfolgstrainer von einst, jeder Trainerin und jedem Trainer, die heute und in der Zukunft bei der DESG in der Verantwortung stehen werden, sehr wertvolle Hinweise für eine effiziente Trainingsgestaltung geben können. Es wäre fahrlässig, nicht zu versuchen, diese Ressourcen zu nutzen.

 

Im FAZ-Interview sagten Sie: „Bei den Männern können wir drei Junioren heranführen, wie es die Holländer gemacht haben.“ Welche drei Junioren meinen Sie?  

Diese Aufgabe obliegt dem zuständigen Trainerpersonal. Ganz gleich, welches Team, wir formieren werden, Fakt ist: Wir werden mehr gewinnen als im Vorjahr! Zumindest an Erfahrung und Wettkampfhärte. Denn überhaupt nicht am Start zu stehen, wie es in der zurückliegenden Saison der Fall war, darf im Kalkül der sportlichen Weiterentwicklung des Teams und jedes Einzelnen keine Alternative sein. Wir müssen uns der internationalen Konkurrenz stellen und uns mit ihr messen. Möglichst bei jeder Gelegenheit. In jedem Rennen, auf jeder Strecke. Wenn wir wieder so weit sind, haben wir ein gutes Stück des Weges bewältigt.

 

Mit der Kündigung Erik Bouwmans könnte folgendes Szenario entstanden sein: Kommende Bundestrainerinnen und -trainer, aber auch anderen Verbandsanghörigen, könnten sich künftig nicht mehr trauen, sich frei zu äußern. Wie wollen Sie freien gedanklichen Austausch im Verband gewährleisten?

Ich habe in einem Offenen Brief zu meinem Dienstantritt Folgendes kommuniziert: „Seinem Gegenüber Respekt entgegen zu bringen, sollte für jeden von uns oberstes Gebot sein.“ Wer sich daran hält und den Fairplay-Kodex achtet, braucht sich vor nichts und niemandem zu fürchten. Auch nicht vor mir. Dass es, entgegen der von den Athletensprechern verbreiteten Meinung, auch SportlerInnen gibt, die das genau so sehen, zeigen die Mails an den von mir eingerichteten Ideen- und Kummerkasten ( ). Gerne komme ich dem Wunsch jedes Einzelnen nach, der mich am 24. Juli 2020 in Inzell während meines Besuchs im Sommertrainingslager der EissschnellläuferInnen persönlich sprechen möchte. Gleiches gilt natürlich auch für meinen Besuch in Dresden bei den ShorttrackerInnen. Hierzu werde ich in Kürze mit Bundestrainer Stuart Horsepool einen Termin abstimmen. Begleiten wird mich bei den Besuchen der neue DESG-Pressesprecher Daniel Gäsche. Er ist ein absoluter Profi seines Fachs mit einer mehr als 30-jährigen Berufserfahrung. Er wird die zukünftige Kommunikationsstrategie des Verbandes steuern. Das gehört zu den Aufgaben eines Pressesprechers und ist sicherlich keine Erfindung der DESG. So funktioniert professionelle Öffentlichkeitsarbeit in zahlreichen erfolgreichen Unternehmen, Vereinen und auch in olympischen Spitzenverbänden. Die inständige Bitte des Präsidiums an alle in der DESG, daran mitzuwirken, diese neue einheitliche externe Kommunikationsstrategie auf den Weg zu bringen und Medienanfragen an die Pressestelle zu verweisen, als Maulkorb zu deuten – wie es die Athletensprecher im bereist erwähnten SZ-Interview getan haben – ist absurd. Daniel Gäsche wird die neue Strategie und deren Vorteile vor Ort gerne näher erläutern.

 

 

 

 
Sponsoren & Partner

Mizuno Transparent

 

 

A&O

[ mehr ]

Veranstaltungen
Anti-Doping

GGD

Bei Fragen rund um das Thema Anti-Doping wenden sie sich gerne jederzeit an: